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Düren: Auch an Dürener Schulen wird geschossen

Düren : Auch an Dürener Schulen wird geschossen

Der Amoklauf von Winnenden hat eine Diskussion über Schießstände in Schulen entfacht. Laut einer Abfrage des Landesschulministeriums sind in mindestens 122 Schulen in NRW Schießstände von Schützen- und Schießsportvereinen untergebracht.

Die Schießstände sind meist in Kellern, gelegentlich auch auf den Dachböden der Schulen untergebracht. Betrieben werden sie in der Regel von den örtlichen Schützenvereinen. Laut den Berichten der Schulträger sind die Schießanlagen gesichert - und vielfach mit eigenen Eingängen versehen.

Bei den eingesetzten Waffen soll es sich in erster Linie um Luftdruckwaffen handeln. Zudem überschneide sich der Trainingsbetrieb zeitlich nicht mit dem Schulbetrieb. Sofern überhaupt Waffen oder Munition in den Räumen gelagert werden, geschiehe dies streng nach den Maßgaben des Waffenrechts gesichert in Panzerschränken oder an anderen geeigneten Aufbewahrungsorten.

Sämtliche Anlagen sollen noch in diesem Jahr auf ihre Sicherheit überprüft werden, teilte das Schulministerium in Düsseldorf nach einem Gespräch mit Vertretern der kommunalen Spitzenverbände mit. An eine Schließung der Schießstände an den Schulen ist aber vorerst von Seiten des Ministeriums nicht gedacht.

„Ich rate dringend zu einer sachlichen Diskussion zwischen den Schulen, in denen es Schießstände gibt, und den Schützen- und Schießsportvereinen”, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Albert Eßer. Die Schießstände in Schulen wiesen hohe Sicherheitsstandards auf. Die „schrecklichen Vorkommnisse in der Vergangenheit” seien künftig nicht durch einfache Lösungsansätze zu vermeiden, denn es gebe vielschichtige Gründe.

Man müsse feststellen, dass es in Düren seit Jahrzehnten ein friedliches Miteinander von Schulen und Schützenvereinen gebe, sagt Henner Schmidt, Fraktionsvorsitzender der SPD. „Ich glaube, dass die Sportschützen sehr verantwortungsvoll mit ihren Geräten umgehen.” Im Dialog mit allen Betroffenen, also den Schulen, Eltern, Schützen und der Politik müsse man schauen, „ob die Situation ideal ist”. Dieser Prozess müsse nun im Schulausschuss auf den Weg gebracht werden.

Die Schützenvereine hingegen fühlen sich grundlos zum Sündenbock abgestempelt. „Es gibt in Deutschland 1,5 Millionen Sportschützen, wenn darunter ein schwarzes Schaf ist, wird gleich nach Verboten, zentraler Aufbewahrung von Waffen und einer Verschärfung des Waffenrechts gerufen”, ärgert sich Dittmar Gerwien. Er ist Vorsitzender des Sportschützenclubs Drove, des Schützenkreises Düren und des Bezirks Aachen und außerdem Ausbildungsleiter für Sachkunde sowie Schieß- und Standaufsicht.