Düren: Ansiedlung des Streetscooters ist für Dürener win.dn ein „großer Erfolg“

Düren : Ansiedlung des Streetscooters ist für Dürener win.dn ein „großer Erfolg“

Ein Wirtschaftsförderer arbeitet nicht selten gerne mit Zahlen. Zu seinem Job gehört es, Unternehmen für neue Gewerbeflächen zu gewinnen. Das bringt neue Jobs. Und so hat die Branche seit langem eine Rechnung: Wenn ein Hektar (Ha) Land von Firmen besiedelt ist, bringt das 50 bis 80 Arbeitsplätze.

Thomas Hissel ist Wirtschaftsförderer. Er hat die Rechnung noch erweitert. Wenn die Stadt Düren zusammen mit den Gemeinden Kreuzau, Niederzier und Merzenich künftig 120 Hektar Gewerbefläche anbieten kann, würde das mindestens 6000 neue Jobs bedeuten.

Dass der elektrisch betriebene Kleinlaster Streetscooter ab Sommer in Düren produziert wird, bewertet die Dürener Wirtschaftsförderung win.dn als einen ihrer größten Erfolge. Hauptgeschäftsführer Thomas Hissel (2. v. r), Geschäftsführer Winfried Kranz-Pitre (2. v. l.), Paul Larue, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung (l.) und Aufsichtsratschef Henner Schmidt stellten gestern den Tätigkeitsbericht 2017 vor. Foto: Ingo Latotzki

Damit wäre die Stadt rein rechnerisch ihre derzeit rund 4800 Arbeitslosen los — und natürlich würden auch die beteiligten Kommunen profitieren. „Wir entwickeln die 120 Hektar auf Augenhöhe“, sagt Thomas Hissel, Hauptgeschäftsführer des Wirtschafts- und Innovationsnetzwerkes Düren, kurz win.dn. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft stellte am Freitag ihre Entwicklung im Jahr 2017 vor.

„Wichtiger Stanortfaktor“

„Wir sind zufrieden“, sagte Bürgermeister Paul Larue (CDU) als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung. Die win.dn ist eine hundertprozentige Tochter der Stadt. „Düren ist nach wie vor ein wichtiger Standortfaktor der Region.“

Auch wenn die Prognosen positiv seien, stünde die win.dn, die erst im Sommer 2016 an den Start gegangen ist, vor Herausforderungen: Larue nannte wie Hissel den Fachkräftemangel und die „Knappheit der Gewerbeflächen“. Auch das ist mit Zahlen zu belegen: Die win.dn hat derzeit nur zwölf Hektar verfügbare Flächen. Die Nachfrage liegt aber bei 108 Ha. Deshalb sei es auch so wichtig, dass in dieser Woche die Bezirksregierung zugestimmt habe und Düren, Niederzier, Merzenich sowie Kreuzau nun gemeinsam 120 Hektar entwickeln können.

Ein weiterer Erfolg ist für die win.dn die Ansiedlung der Deutsche Post-Tochter Streetscooter auf dem Firmenareal von Neapco im Süden Dürens. Auf 25.000 Quadratmetern Produktionsfläche werden ab Juni die elektrisch betriebenen Kleinlaster produziert. 250 Arbeitsplätze konnten laut win.dn geschaffen oder gehalten werden. Als weiteres Zukunftsprojekt führte Hissel den sogenannten Co-working Space in der Dürener Innenstadt an. In einem ehemaligen Schuhhaus arbeiteten für mehrere Wochen vornehmlich Kreative zusammen und profitierten voneinander.

Diese Form der Kooparation will die win.dn längerfristig in Düren etablieren. Zuvor soll es zur Gründung eines Innovationscenters kommen, in dem Gründer eine Heimat finden.

Jobs schaffen

Wie wichtig es sei, dass die Stadt Düren weitere Gewerbegebiete erschließt, betonte Henner Schmidt (SPD), der Aufsichtsratsvorsitzende der win.dn. Es gelte nun, weitere potenzielle Räume zu identifizieren. In der gesamten Region sollen theoretisch rund 800 Hektar vorhanden sein, kurzfristig sind aber nur gut 300 verfügbar.

Wenn Düren aber seine im Vergleich zur Region hohe Arbeitslosenquote von 10,5 Prozent (Bund: 6,5 ) abbauen wolle, „brauchen wir gute Jobs im Industrie- und Handelsbereich, aber auch Arbeitsstellen für weniger gut Ausgebildete“, sagte Henner Schmidt.

Aus Sicht des Wirtschaftsförderers also viele Flächen. Je mehr Hektar, desto besser.

(inla)
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