Mariaweiler: Anne-Frank-Gesamtschule blickt auf 30 Jahre Schulgeschichte zurück

Mariaweiler : Anne-Frank-Gesamtschule blickt auf 30 Jahre Schulgeschichte zurück

Der anfänglichen weit verbreiteten Skepsis zum Trotz, blickt die Anne-Frank-Gesamtschule in Mariaweiler auf 30 Jahre Schulgeschichte zurück. Rund 250 geladene Gäste feierten den Geburtstag mit einem bunten Rahmenprogramm in der Mensa der Schule.

Der eigentlichen Veranstaltung waren ein umfangreiches Buffet sowie eine Ausstellung vorangegangen, in der über diverse Projekte und Kooperationen der Gesamtschule informiert und das individuelle Lernkonzept vorgestellt wurde.

Das Bühnenprogramm wurde von Schülern musikalisch begleitet. Neben einem Bläserensemble der sechsten Klasse traten Schüler des Profilkurses „StimmBildung“ und der Musikkurs der EF/Q1 auf. Zum Auftakt richtete Schulleiterin Uta Löhrer das Grußwort an die Kollegen, Ehemaligen, Schüler und Eltern. Unter den Gästen fanden sich Bürgermeister Paul Larue und Prof. Wolfgang Meisenheimer, der Architekt des Schulgebäudes.

In ihrer Ansprache verwies die Schulleiterin auf die problematische Gründerzeit. Die damalige Mariaweiler Hauptschule, aus der später die AFG hervorging, war vorher nur als Zweigstelle der Heinrich-Böll-Gesamtschule genutzt worden. Da sich dort aber schnell ein klares pädagogisches Profil abzeichnete, bestand der Wunsch nach Unabhängigkeit. Das Kollegium schaffte es im Jahr 1988 schließlich, die Kommune zu überzeugen.

Trotz Anfeindungen wurde die neue Schule gegründet, die im Rahmen der damaligen Aufarbeitung der NS-Zeit den Namen Anne Frank erhielt.

Gesprächsrunde

Kleine Höhepunkte der Jubiläumsfeier waren die Gesprächsrunden auf der Bühne, in der Schüler mit dem ehemaligen Schulleiter Hans-Willi Stollenwerk Blickwinkel austauschten und die Schulgeschichte Revue passieren ließen. In diesen Gesprächsrunden erinnerte sich auch Hans-Willi Stollenwerk an die Anfangszeit. „Da sind teilweise die Fetzen geflogen. Gesamtschule — das war noch neu und wurde von einigen als Frevel an der Familienstruktur angesehen.“

Heute, 30 Jahre später, ist das Schulkonzept und etabliert. „Vielleicht waren es grade die Probleme zu Beginn, die unsere Schule nun so stark und lebendig macht“, sagte Uta Löhrer.

Die Schulleiterin appellierte in ihrer Rede auch an die Politik. Individuelles Lernen mit Lernzeit-Konzepten, Projektarbeit, Thementage und Ähnlichem würde an der Anne Frank Gesamtschule groß geschrieben. Es bedürfe jedoch weiterer Förderung und Unterstützung, um das Lernziel optimal umzusetzen, gerade in Zeiten von Lehrermangel. „Nichts ersetzt den Lehrer, der auf professioneller Beziehungsbasis und Empathiegefühl die Schüler anleitet. Alexa wird unsere Kinder nicht zu mündigen Menschen erziehen“, sagte Löhrer in Hinblick auf die Bedeutsamkeit des Lehrerberufs (Alexa ist ein Sprachassistent, der internetbasiert Fragen — zum Beispiel Rechenaufgaben — beantworten kann, Anmerkung der Redaktion).

Anlässlich der Feier wurde zudem das Anne-Frank-Buchprojekt vorgestellt. Lehrer, Eltern, Schüler und Ehemalige hatten am 23. April, dem Tag des Buches, jeweils eine Seite aus dem Tagebuch der Anne Frank handschriftlich abgeschrieben, was schließlich zu einem Buch zusammengefügt wurde.

Neben der Festveranstaltung am Freitag fand außerdem noch ein großes Schulfest mit allen Schülern am Samstag statt.

(nie)