Düren: Annakirmes: Riesenrad in drei Tagen auf- und abgebaut

Düren: Annakirmes: Riesenrad in drei Tagen auf- und abgebaut

Der erste Weg führte Achim Greiff Donnerstagmorgen an den Rurdammweg. Während sich der Annakirmesplatz in den vergangenen Tagen nahezu problemlos und wie von Geisterhand gesteuert mit den verschiedensten Attraktionen gefüllt hat, klaffte auf dem traditionellen Riesenradplatz noch ein 24 mal 20 Meter großes Loch.

Nicht dass der Platzmeister nervös geworden wäre. „Es war klar, dass das Jupiterrad erst in der Nacht zu Donnerstag kommen würde”, machte Greiff deutlich. Erleichtert, dass Riesenrad-Geschäftsführer Rudolf Barth mit seinen Mannen aber auch wirklich ohne Probleme die weite Anreise aus Ravensburg bewältigt hatte, war Greiff dann doch. Schließlich musste der Schausteller einen kleinen logistischen Kraftakt bewältigen.

„Wir sind noch bis Dienstagnacht um 24 Uhr gefahren”, berichtet Barth. „Abbauen durften wir sogar erst ab sechs Uhr morgens, weil der Platz in Ravensburg in der Innenstadt liegt und dort deshalb ein nächtliches Abbauverbot gilt.” Aber auf seine sechs Mitarbeiter, die teilweise bereits seit 13 Jahren mit der Familie reisen, kann er sich verlassen. Jeder Handgriff sitzt. Ganze acht Stunden benötigte Barth mit seinem Team, um das 50 Meter hohe Rad mit seinen 36 Gondeln zu zerlegen und auf die sieben Spezialfahrzuge zu verladen.

„Zugute kommt uns dabei natürlich auch, dass wir über einen eigenen Kranwagen verfügen”, erklärt der aus der weit verzweigten Dynastie Barth-Kipp stammende Schausteller. Zeitraubende Einweisungen eines externen Fahrers sind daher nicht vonnöten. Nach einer 630 Kilometer langen Fahrt erreichten die ersten Fahrzeuge am Mittwochabend gegen 21 Uhr Düren, das letzte Transporter mit den Gondeln rollte Donnerstagabend. auf den Platz. Derweil hatte Barth bereits wieder mit dem Aufbau begonnen. „Freitagmittag sind wir fertig”, erklärte er am Donnerstag.

Achim Greiff wirds gerne hören. Für den Platzmeister gehen damit zwei weitestgehend ruhige Aufbauwochen zu Ende. Kleine Probleme wie ein fehlender Wasseranschluss wurden schnell behoben. „Dabei hatten wir Glück”, berichtet der Platzmeister. Kein bereits abgestellter Wohnwagen musste noch einmal versetzt werden. „Das machen Schausteller aus Aberglauben nicht gerne.”

Auch zwei kurzfristige Absagen mussten noch kompensiert werden. „Eine ausgefallene Blumenverlosung haben wir eins zu eins ersetze”, berichtet Greiff. Und Küblers Gaudi-Schützen werden diesmal keine Kirmesbesucher auf dem Weg zum „Dürener-Treff” nass spritzen. Nach einem Unfall mit einer Zugmaschine dauert die Reparatur noch an. Was macht der Platzmeister in einem solchen Fall? Er schaut in seine Bewerbungsmappe, sucht nach einem Geschäft mit gleichen Abmessungen - und wird fündig. Diesmal in Düsseldorf. Und so dürfen die Kirmesbesucher ab Samstag, 11 Uhr, „American Boccia” spielen.

Donnerstagnachmittag, nach einem letzten Sicherheitsrundgang mit der Feuerwehr, wurden schließlich auch noch die letzten kleinen Lücken auf dem Platz noch geschlossen. Für Achim Greiff kann die Kirmes beginnen.

Lust auf die Annakirmes? Dann gewinnen Sie doch einen Blick hinter die Kulissen.

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