Düren: Annakirmes: Ein gelungener Auftakt, aber nicht für alle

Düren: Annakirmes: Ein gelungener Auftakt, aber nicht für alle

Nach dem Theater im Vorfeld der Annakirmes, dem politischen Streit, den zahlreichen Klagen und Absagen, haben jetzt die Besucher das Wort. Und zumindest mit dem Zuspruch zum Auftakt war Dürens Schaustellerchef Bert Cremer am späten Samstagabend sehr zufrieden. „So darf es weitergehen.“

Passend dazu strahlte vom 55 Meter hohen „Europarad“ dank moderner LED-Lichttechnik immer wieder ein gelber Smiley die Besucher an, frei nach dem Motto: Schön, dass wieder Annakirmes ist.

Foto: Abels Foto: Jörg Abels

Schon am Nachmittag war der Rummel gut besucht, in den frühen Abendstunden herrschte zeitweise sogar die in Düren typische Enge auf dem Platz. Allerdings waren längst nicht alle Fahrgeschäfte gleich gut frequentiert. Der „Skater“ schraubte seine sechs Sitzgondeln oft nur spärlich besetzt in den zum Glück regenfreien Dürener Himmel. Und auch andere Rundfahrgeschäfte wie der „Flipper“ oder der „Booster“ auf dem Neuheitenplatz liefen schon mal besser, was einige Kirmesfans in den sozialen Netzwerken im Internet prompt auf die Platzgestaltung und Positionierung der Fahrgeschäfte zurückführten.

Impressionen vom Auftakt der Annakirmes: vom Adrenalinkick in der Megaschaukel „Konga“ und im „Breakdance“ (oben) bis zur Fahrt auf der Achterbahn „Rock & Roller Coaster“. Ein Anziehungspunkt war das Gruselkino „Encounter“ und über allem leuchtete wie immer das „Europarad“, zeitweise mit einem gelben Smiley. Foto: Jörg Abels

Andere hingegen brauchten sich über mangelnden Zuspruch nicht zu beklagen: „Krake“ und „Breakdance“ wurden wie in früheren Jahren angenommen. Dies zeigt, dass es dem Besucher letztlich egal ist, ob die Nummer Eins oder Zwei verpflichtet wird, das Geschäft „Polyp“ oder „Octopussy“ heißt — der Fahrspaß ist entscheidend.

Impressionen vom Auftakt der Annakirmes: vom Adrenalinkick in der Megaschaukel „Konga“ und im „Breakdance“ (oben) bis zur Fahrt auf der Achterbahn „Rock & Roller Coaster“. Ein Anziehungspunkt war das Gruselkino „Encounter“ und über allem leuchtete wie immer das „Europarad“, zeitweise mit einem gelben Smiley. Foto: Jörg Abels

Im Übrigen gehen die Meinungen über die Qualität der Annakirmes 2017 weit auseinander, wie die Ansichten im städtischen Steuerausschuss, der für die Vergabe der Standplätze verantwortlich ist.

Impressionen vom Auftakt der Annakirmes: vom Adrenalinkick in der Megaschaukel „Konga“ und im „Breakdance“ (oben) bis zur Fahrt auf der Achterbahn „Rock & Roller Coaster“. Ein Anziehungspunkt war das Gruselkino „Encounter“ und über allem leuchtete wie immer das „Europarad“, zeitweise mit einem gelben Smiley. Foto: Jörg Abels

Verweisen die Verantwortlichen dort auf unzählige Neuheiten, die noch nie in Düren waren, so beklagen Kirmesfans im Netz, das überwiegend baugleiche Varianten bereits bekannter Fahrgeschäftstypen verpflichtet wurden, kaum wirklich neue Attraktionen wie die Gruselshow „Encounter“. Zudem finden sich auf dem Platz zahlreiche Geschäfte, die auch auf Stadtfesten und kleineren Kirmessen zu finden sind. „Das war früher anders“, wie ein Stammbeschicker hinter vorgehaltener Hand betonte. „Da war die Annakirmes bekannt für das Außergewöhnliche“. Zumindest für das kulinarische Angebot stimmt das wieder. Knobibrot, Baumstriezel und Langos sind Alternativen zum Bewährten.

Deutlich sichtbare Präsenz, aber keine Probleme: Aus polizeilicher Sicht verlief der Auftakt friedlich. Foto: Jörg Abels

Billig ist das Kirmesvergnügen nicht: Während die Preise an den Fahrgeschäften offenbar eine Grenze erreicht haben, gilt das für so manches gastronomische Angebote noch nicht. Der Bierpreis hat sich — mit wenigen Ausnahmen — bei 2,50 Euro für den Viertelliter eingependelt. Zum Vergleich: Auf der Münchner Wies‘n kostet die Mass (ein Liter) in diesem Jahr zwischen 10,60 und 10,95 Euro.

Am kommenden Wochenende ist klar, wie gut die Annakirmes 2017 wirklich beim Besucher angekommen ist und ob die Querelen im Vorfeld geschadet haben.

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