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Katholikenrat Düren: „Angemessene Entschädigung“ für Missbrauch gefordert

Katholikenrat Düren : „Angemessene Entschädigung“ für Missbrauch gefordert

Der Katholikenrat der Region Düren bezieht Stellung zum vor kurzem veröffentlichtem Gutachten über sexuellen Missbrauch durch Kleriker im Bistum Aachen.

Das jetzt veröffentlichte Gutachten „Sexueller Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Kleriker im Bereich des Bistums Aachen im Zeitraum 1965 bis 2019“ der Münchener Rechtanwaltskanzlei Westpfahl Spilker Wastl macht 14 der insgesamt 175 bekannt gewordenen Missbrauchsfälle in anonymisierter Form öffentlich, beschäftigt sich aber auch mit den systemischen Ursachen für den Missbrauch. 2019 hatte der Katholikenrat der Region Düren eine Veranstaltung zum sexuellen Missbrauch in der Kirche durchgeführt, bei der Professor Michael Seewald genau diese systemischen Mängel in der Kirche aufzeigte.

Wie auch das Gutachten bestätigt, sind diese Strukturen und Mängel neben der persönlichen Schuld der Täter ursächlich für die Missbrauchstaten. Um sexualisierte Gewalt innerhalb der Kirche zukünftig zu verhindern, nennt das Gutachten konkrete Empfehlungen:

  • Kritische Reflektion des priesterlichen Selbstverständnisses, der Priesteraus und -weiterbildung und des Zwangszölibats.
  • Reform des kirchlichen Sexualstrafrechts und der katholischen Sexualmoral.
  • Professionalisierung der Leitungsfunktionen und klare und transparente Zuständigkeiten, Kompetenzen und Rechenschaftspflichten.
  • Kontakt kirchlicher Verantwortungsträger mit Geschädigten, Schaffung eines Betroffenenbeirates und Einrichtung einer unabhängigen Stelle eines Interventionsbeauftragten.
  • Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern.
  • Stärkung der Rolle der Frauen in kirchlichen Leitungsfunktionen.

Der Katholikenrat Düren erwartet daher, dass im Bistum Aachen nötige Veränderungen zeitnah und nachvollziehbar umgesetzt werden, und von den Bistumsverantwortlichen in diesem Sinne auch Einfluss auf die Bischofskonferenz und die Weltkirche genommen wird. „Wir stehen an der Seite der Geschädigten, und erwarten eine ‚angemessene Entschädigung’ für ihr unermessliches Leid, das nie wieder gut gemacht werden kann.“