Düren: Angela-Schule jetzt auch für Jungen: Tradition endet nach gut 500 Jahren

Düren: Angela-Schule jetzt auch für Jungen: Tradition endet nach gut 500 Jahren

Die St.-Angela-Schule geht neue Wege und beendet eine mehr als 500 Jahre alte Tradition. Bisher war das Haus eine reine Mädchenschule, künftig soll es auch ein bis zwei Jungen-Klassen geben. Das neue Konzept soll zum kommenden Schuljahr greifen.

Und noch eine Neuerung wurde am Donnerstag verkündet: Alleiniger Träger der Schule, die einen gymnasialen- und einen Realschulzweig bietet, ist ab 1. August 2018 das Bistum Aachen.

Dr. Thomas Ervens, Rolf Peter Cremer (beide Bistum Aachen) und Gymnasialleiter Wolfgang Habrich (von links) vor Plänen für die Umgestaltung des Parks.

Die Angela-Schule will mit diesem neuen Weg „sowohl Mädchen als auch Jungen individuell und ihren Talenten entsprechend fördern“, sagt Dr. Thomas Ervens, Leiter der Abteilung Erziehung und Schule beim Bistum. Studien belegten, dass ein getrennter Unterricht durchaus förderlich sein kann. Jungen und Mädchen hätten in verschiedenen Fächern einen unterschiedlichen Zugang. Mädchen seien nach wie vor eher Sprachen zugeneigt, während naturwissenschaftliche Fächer und Mathematik von Jungen dominiert würden.

Die Idee, künftig mindestens eine reine Jungen-Klasse anzubieten, sei auch aus der Eltern- und Schülerschaft gekommen, sagte der Leiter des Gymnasiums, Wolfgang Habrich.

Weniger Anmeldungen

Die Schule sieht nun ihren Erhalt „langfristig gesichert“, wie es in einer Stellungnahme heißt. Das Angela-Gymnasium hatte zuletzt erheblich Schülerinnen verloren. Während sich im Schuljahr 2015/2016 noch 80 Mädchen anmeldeten und drei Klassen gebildet werden konnten, waren es im aktuellen Schuljahr 50 Schülerinnen in zwei Eingangsklassen. Den Rückgang kann sich die Schulleitung bis heute nicht erklären. Es gäbe keine speziellen Gründe, sagt Wolfgang Habrich. Auch der Realschulzweig hat Einbußen hinnehmen müssen. Vor zwei Jahren wurden noch 94 Mädchen angemeldet, in diesem Jahr 79.

Wie viele Anmeldungen 2018 nötig sind, um eine Eingangsklasse nur mit Jungen bilden zu können, blieb am Donnerstag offen. Es gebe einen gewissen Spielraum und die Bereitschaft, den Versuch zu starten.

Dass die Angela-Schule nun diesen Weg geht und nicht auf gemischte Klassen setzt, hat auch mit der großen Tradition als Mädchenschule zu tun, wie Pfarrer Rolf Peter Cremer, Leiter der Pastoralschule beim Bistum, sagte. Keinesfalls solle das neue Konzept aber „ideologisch überhöht werden“, sagte Schulleiter Habrich. Es ginge nicht allein darum, der manchmal verbreiteten These, wonach Jungen die Bildungsverlierer seien, Rechnung zu tragen. Der Mädchenzweig habe sich gut entwickelt. Das solle nun auf die Jungen-Klasse übertragen werden.

(inla)
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