Andreas Enns vom Ringerclub Merken siegt im Achtelfinale

Merken: Beim 1:33 überrascht Andreas Enns sogar seinen Trainer

Einen Mannschaftskampf im Ringen mit 1:33 zu verlieren, das hört sich nicht nur deutlich an, das ist - beziehungsweise war - es auch. Das Ganze muss man aber natürlich auch richtig einordnen können.

Diese Niederlage kassierte der Ringerclub Merken gegen den ASV Mainz, Meister der Südwest-Staffel, im Hinkampf des Play-off-Achtelfinals um die Deutsche Meisterschaft. „Ziel war, dass die Null am Ende nicht dasteht und das tut sie nicht“, war Merkens Coach Tim Nettekoven mit der Teamleistung zufrieden. Gegen eine Mannschaft, die mehrfache Junioren- und Senioren-Welt- und Europameister auf die Matte schickte, war einfach nicht mehr drin.

Den Ehrenzähler für die Hausherren sicherte Andreas „Henna“ Enns im Schwergewicht. Mit einem 4:3-Sieg nach technischen Punkten über Wladimir Remel überraschte er ein wenig seinen Coach: „Vom Papier her hätte ich eher mit einem Sieg von Timo Moosmann oder Zurab Matcharshvili gerechnet. Dass der ‚Henna‘ so sicher gewinnt, hätte ich nicht gedacht.“ Dabei hatte auch nicht Enns an einen eigenen Erfolg geglaubt: „Ich habe mich vor dem Kampf nicht gut gefühlt. Aber mein Gegner sah von außen stärker aus, als er es im Endeffekt war.“

Konsequent ließ Merkens Schwergewichtler seinen Mainzer Kontrahenten von Anfang an passiv aussehen. Dazu gelang es Enns, seinen Gegner in der Bodenlage einmal zu drehen. Die 4:1-Führung hatte bis in die Schlussminute bestand, bevor Enns eine Zweierwertung abgab: „Im Kopf war der Kampf schon so wie gut wie durch und dann habe ich ein wenig den Faden verloren.“

Die letzten vier Sekunden überstand Enns aber ohne Probleme, bevor der Jubel ausbrach. Grund zum Jubeln gab es auch im abschließenden Kampf des Abends. Zwar verlor Domenik Chelo gegen Weltmeister Balint Korpasi. Aber Chelo überstand nicht nur die sechs Minuten, mit einem Kopf-Hüftschwung hatte er seinen mit Medaillen dekorierten Kontrahenten am Rande einer Schulterniederlage. „Das war ein absolutes Highlight“, freute sich Nettekoven über die starke Aktion zum Abschluss.