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Am Sonntag predigt der Dürener Pfarrer im Kostüm

In der Dürener Marienkirche : Am Sonntag predigt der Pfarrer im Kostüm

„Das ist hier ja fast wie Weihnachten!“, rief im vergangenen Jahr ein Besucher der Heiligen Messe in St. Marien am Karnevalssonntag aus. Kein Platz war mehr frei bei der Sonntagsmesse, die an Karneval immer etwas ganz Besonderes ist.

Dies liegt allen voran an Pfarrer Toni Straeten, der den Gottesdienst im Kostüm hält, ausschließlich Karnevalslieder singen lässt und seine Predigt komplett in Reimform vorträgt.

Wie erstmals im vergangenen Jahr, wird Straeten auch in diesem Jahr am Orchideensonntag, 10. März, 11 Uhr, von der „Raritäten-Band“ unterstützt, die den Gottesdienst musikalisch begleiten wird. „Karnevalslieder klingen mit Akkordeon, Gitarre und Schlagzeug dann doch anders, als wenn eine Kirchenorgel spielt.“, meint Sänger Gerhard Brück.

Mundartlieder mit Bezug zum Glauben gibt es reichlich. „Mein Favorit ist ‚Es gibt ein Leben nach dem Tod’“, sagt Toni Straeten. „Das ist Osterglaube pur.“ Und so hat er bereits vor Jahren weitere Strophen für dieses Lied getextet, die natürlich auch am Karnevalssonntag gesungen werden. Aber auch das „Halleluja“ von Brings darf ebenso wenig fehlen, wie der alte „Bläck Fööss“-Schlager „Drink doch ene met“. „Ein wacher Blick für den Nächsten und mit ihm dann ein Kölsch teilen, das könnte doch aus der katholischen Soziallehre stammen“, meint Schlagzeuger Stephan Vossel verschmitzt.

Predigt als Büttenrede

Die Predigt von Pfarrer Straeten kann man wohl eher als Büttenrede bezeichnen. Komplett in Reimform nimmt er aktuelle Themen aufs Korn. Mal witzig, mal nachdenklich, spart er auch nicht mit Kritik. Und da bekommen auch manche Entwicklungen in der Kirche durchaus ihr Fett weg. „Mit der Narrenkappe darf man sich selbst auf die Schippe nehmen“, meint der Pfarrer.