13 Neuinfektionen: Am Obsthof wird getestet

13 Neuinfektionen : Am Obsthof wird getestet

Ein Jülicher Obsthof steht unter Quarantäne. Wer wen auf dem Hof angesteckt hat, lässt sich nicht nachvollziehen. Und auch sonst steigt die Quote der Neuinfektionen. Etwa die Hälfte der Infizierten sind Bürger, die aus dem Urlaub zurückkehren. Das Gesundheitsamt rät Reisenden zu Tests.

Am Montag war Pause. Zumindest was die Tests auf dem Jülicher Obsthof betrifft, der seit dem Wochenende unter Quarantäne steht. Neue Untersuchungen gibt es erst wieder am Dienstag. „Wir testen die Mitarbeiter alle drei Tage, alles andere würde keinen Sinn ergeben“, sagt Dr. Norbert Schnitzler, Leiter des Kreisgesundheitsamtes. 280 Menschen mussten in Quarantäne, 16 von ihnen sind mit dem Coronavirus infiziert. Einen Verkauf vor Ort gibt es beim Obsthof nicht. Der Betrieb produziert nicht für den lokalen Bedarf.

Wer wen auf dem Hof angesteckt hat, lässt sich nicht nachvollziehen. „Es fällt der auf, der symptomatisch wird“, sagt Schnitzler, wer keine Anzeichen der Krankheit zeigt, kann sie trotzdem übertragen. Ob es bei der Zahl 16 bleibt, kann Schnitzler noch nicht absehen. „Wir stehen bei den Tests erst am Anfang“, erklärt er und sagt auch, dass die Zahlen deutlich höher hätten ausfallen können: „Wenn viele Menschen auf engem Raum leben und arbeiten, spielt das ganz klar eine Rolle.“ Anders ausgedrückt: Dass auf dem Obsthof alle Vorgaben umgesetzt worden sind, man sich früh Gedanken über die Einhaltung der Hygieneregeln gemacht hat, die Sammelunterkünfte nicht überbelegt sind, die Erntehelfer nach Gruppen separiert wurden und auch getrennt gearbeitet wurde, all das könnte mit dazu beigetragen haben, dass bei 280 Erntehelfern bislang nur 16 positive Tests gezählt worden sind.

Quote der Neuinfektionen unter 50

Überhaupt die Zahlen. Bei denen wird es schnell kompliziert. 75 Infizierte gibt es aktuell, darunter 13 Neuinfektionen im Vergleich zu Sonntag. Insgesamt liegt die Zahl inzwischen bei 723 positiv getesteten Menschen. Die Quote der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner ist mit den Neuinfektionen vom Wochenende von 11,4 Ende letzter Woche auf 17,4 angestiegen und liegt damit noch deutlich unter der Zahl 50, ab der spätestens Maßnahmen zu ergreifen wären. „Bei der Berechnung werden immer die Neuinfektionen einer Woche zugrunde gelegt. In der Woche vom 27. Juli bis 2. August hatten wir 46 neue FälleDie Zahl der aktuell infizierten bezieht sich immer auf zwei Wochen“, erklärt Schnitzler.

Sieht man von den Erntehelfern ab, sind es zur Hälfte Urlauber, die in die Statistik eingehen. „Eine Rückkehr aus einem Risikogebiet ist beim Gesundheitsamt zu melden. Die Testung kann am Flughafen erfolgen oder die Reisenden nehmen direkt Kontakt zu ihrem Hausarzt auf“, sagt Schnitzler, der nicht nur zum vorgeschriebenen einmaligen Test rät: „Ein einmaliges Testergebnis hat nur eine geringe Aussagekraft.
Die aktuellen Zahlen (Stand: Montag, 3. August, 16 Uhr):

Aldenhoven: 1 (Gesamtzahl aller jemals Erkrankten je Ort: 43); Düren: 42 (228); Jülich: 20 (123); Langerwehe: 3 (88); Merzenich: 1 (6); Niederzier: 5 (36); Titz: 2 (21); Vettweiß: 1 (22).