Düren: Alternativen zur traditionellen Erdbestattung

Düren: Alternativen zur traditionellen Erdbestattung

„An den Friedhöfen erkennt man die Kultur der Menschen”. So lautet das Credo von Georg Fittkau, Leiter Friedhofswesen beim Dürener Service-Betrieb. Die Pension schon vor Augen, hat er alles daran gesetzt, ein gut bestelltes Haus zu hinterlassen.

„Wir haben uns viel einfallen lassen”, ist der DSB-Betriebsleiter von den Neuerungen überzeugt, die auf dem Neuen Friedhof im Osten der Stadt realisiert wurden. „Die Bestattungskultur ist einem Wandel unterworfen. Dem tragen wir Rechnung”, unterstreichen Georg Fittkau und Jochen de Riese, der für den Neuen Friedhof zuständig ist.

Individuelle Bestattungsarten zeigen steigende Nachfrage. Neben Friedpark und Friedgarten und in Reihengräbern werden zusätzlich Urnenstelen als Alternative zur traditionellen Erdbestattung gewählt. Auf die attraktive Gestaltung der unmittelbaren Umgebung dieser Stelen werde vom Pflegeteam großer Wert gelegt, versichert Georg Fittkau. Bänke in der unmittelbaren Umgebung bieten Friedhofsbesuchern Gelegenheit, länger an der Urnenstele zu verweilen.

Die pflegefreien Bestattungsformen richten sich insbesondere an den Personenkreis, für den eine individuelle Grabpflege zum Beispiel wegen Krankheit oder Ortsferne nicht möglich ist.

Um Entscheidungshilfe zu leisten, wird ab sofort Georg Fittkau an jedem ersten Dienstag im Monat von 15 bis 17 Uhr in der Trauer- und Begegnungsstätte (Café-Pavillion) auf dem Hauptfriedhof Informationsgespräche durchführen. Neben diesem Gesprächsangebot informiert ergänzend ein aktuell erstellter Flyer. Anmeldungen werden unter der Telefonnummer 02421/971077 oder -78 entgegengenommen.

Gewisse Wärme

Freundlicher und angenehmer präsentiert sich auch die Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof. Eine effektivere Heizung und gepolsterte Stühle sollen wie die Farbgestaltung für eine gewisse Wärme sorgen. „Wir legen sehr viel Wert auf eine sehr persönliche und diskrete Form der Abschiednahme der Angehörigen”, unterstreicht DSB-Betriebsleiter Müllejans.

Einer weiteren Erfahrung hat die Friedhofsverwaltung ebenfalls Rechnung getragen. Die Zahl der Trauernden bei Beerdigungen ist rückläufig. Da macht es sich nicht gut, mit nur wenigen Trauergästen in der großen Halle Abschied zu nehmen. Deshalb wurde ein besonderer Abschiedsraum eingerichtet. Für bis zu 20 Personen. Umgebaut und renoviert wurden auch die in die Jahre gekommenen Kühlkammern. Den Bestattern stehen drei dieser Räume zur Verfügung.

Die Anfahrt für die Leichenwagen wurde verändert, so dass die Trauerfeiern weniger Störung erfahren. Und der Sezierraum, der seit Jahren nicht mehr für den eigentlichen Zweck genutzt wird, steht Muslimen auf Wunsch für rituelle Waschungen zur Verfügung.