Düren: Alte Werke, die keinen Staub ansetzen

Düren: Alte Werke, die keinen Staub ansetzen

Wer kennt sie nicht? Momo und die grauen Herren? Die Kindliche Kaiserin und den Glücksdrachen Fuchur aus der „Unendlichen Geschichte“? Jim Knopf und Lukas den Lokomotivführer? Derjenige, der diese Figuren und deren Geschichten geschaffen hat und damit selbst in die Literaturgeschichte eingegangen ist, wäre morgen 85 Jahre alt geworden: Michael Ende.

Die DZ hat diesen Jahrestag zum Anlass genommen, einmal einen Blick in die Regale der Stadtbücherei und die Ausleihstatistik zu werfen. Die Bücher von Michael Ende, der 1995 starb, sind Klassiker. Aber trotz ihres Alters verstauben sie keineswegs in den Regalen.

„Momo wird immer noch sehr häufig ausgeliehen, und die Bilderbücher von Jim Knopf sind fast immer weg. Die Originalfassungen werden aber nicht mehr so häufig gelesen“, weiß Kuni Nellessen, die Leiterin der Kinder- und Jugendbücherei. „Interessant ist, dass Endes Geschichten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gefallen“, betont Nellessen. Auch die Hörbücher seien sehr beliebt. Einige sind in diesem Jahr schon 14 bis 16 Mal ausgeliehen worden, bei Ausleihfristen von vier Wochen, sind sie damit ständig vergriffen.

Aber was macht die Bücher von Michael Ende so erfolgreich? „Die Geschichten sind unglaublich fantasievoll“, nennt die Leiterin der Kinder- und Jugendbücherei einen Grund. Fantastische Geschichten, auch die aktueller Autoren, seien besonders begehrt. Vermutlich, weil sie es ermöglichen, aus dem Alltag auszusteigen und in eine andere Welt zu reisen. Diese Geschichten zeigten, dass alles geht, dass die Möglichkeiten grenzenlos seien. Und sie sind zeitlos. Gerade die Geschichte von Momo sei heute doch aktueller denn je. Schließlich handelt die Geschichte von Zeit-Dieben und von einem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte.

Kuni Nellessen erinnert sich noch gut daran, wie begeistert sie als Jugendliche von der „Unendlichen Geschichte“ war. Allein die hübsch illustrierten Kapitelanfänge, die Schnörkeleien auf den Seiten und die zweifarbige Schrift haben sie in den Bann gezogen. Heute bleibt die „Unendliche Geschichte“ etwas länger im Regal stehen. „Vielleicht, weil das Buch etwas dicker ist“, vermutet Kuni Nellessen.

„Michael Ende hat ‚Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer‘ schon 1960 geschrieben. Aber noch heute finden Kinder Lokomotiven spannend. Sie entdecken das Buch in den Regalen, die Eltern erinnern sich an ihre Kindheit, und schon landet das Buch im Ausleihekorb“, beschreibt Nellessen. Ohne Zweifel habe die Augsburger Puppenkiste zur Popularität von Jim Knopf beigetragen. Aber auch andere Klassiker wie zum Beispiel „Pipi Langstrumpf“ und „Der Kleine Wassermann“ würden von Generation zu Generation weitergegeben. „Das funktioniert nur, wenn die Themen die Kinder und Jugendlichen immer noch packen.“ Bei Jim Knopf zum Beispiel würden moderne Illustrationen ihren Beitrag zum Erfolg leisten.

„Es ist sehr wichtig, dass Bücher für Kinder interessant gestaltet sind. So machen Lesen und Vorlesen Spaß“, sagt Nellessen. So könne das Lesen zur Freude werden. Damit wiederum würden wichtige Grundlagen für Textverständnis und Zwischen-den-Zeilen-Lesen und somit für das schulische Lernen und den Lebensalltag gelegt.

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