Politiker sind erbost: Alte Linden sollen in Kreuzau neuer Wasserleitung weichen

Politiker sind erbost : Alte Linden sollen in Kreuzau neuer Wasserleitung weichen

Seit 2017 befindet sich das Wasserwerk Concordia in der Offensive. Genauer: in einer Investitionsoffensive, in deren Folge in den kommenden Jahre zahlreiche Gussleitungen gegen Kunststoffrohre ausgetauscht werden. In der Kreuzauer Eifelstraße sorgt das jedoch für Unmut, weil dafür alte Linden gefällt werden müssten.

Dadurch geriet Wasserwerks-Geschäftsführer Peter Dreyling im Kreuzauer Planungs- und Bauausschuss in die Defensive. Im Oktober sollten die Bagger anrollen, jetzt ist die Baumaßnahme verschoben, weil die Parteien im Gemeinderat Klärungsbedarf sehen.

Konkret muss der Leitungsabschnitt der Eifelstraße zwischen der Peschstraße und der Straße Im Hirnfeld freigebaggert werden. Das Problem steht zum Teil dickstämmig auf den Rohren: Linden, die kurz nach dem Leitungsbau gepflanzt worden sind. Viele Experten sind der Meinung, dass diese Bäume nicht mehr zu retten sind. Sie befürchten, dass sie beim Aushub eines Grabens beschädigt werden oder die Statik zerstört wird. Betroffen wären die Bäume, die sich vom Bahnübergang Richtung Kreisverkehr aus gesehen rechts befinden.

Die Argumente für eine Fällung sind aber nicht nur technischer Natur. Manche Bäume sind derart geschwächt, dass ohnehin der Bauhof mit der Säge anrücken soll. Vor einigen Monaten ist schon eine Linde auf ein Grundstück gekippt, weil ihr Stamm gebrochen war. Daraufhin untersuchte die Gemeinde die Bäume und stellte fest, dass einige entfernt werden müssen.

Ausbaukonzept des Straßenabschnitts

Diese Tatsache berührt die Arbeit des Wasserwerks nur am Rande, denn die Erlaubnis, die Leitung zu wechseln, liegt ihr in Form der Konzession vor. Es müssen die Arbeiten nur abgestimmt sein. „Wir sind natürlich an einer einvernehmlichen Lösung interessiert“, sagt Peter Dreyling, Geschäftsführer des Wasserwerks Concordia. Aus diesem Grund ist die Maßnahme zunächst verschoben. Die Gemeinde will nun ein Ausbaukonzept des Straßenabschnitts erarbeiten, weil auch die Gehwege von den Wurzeln durchdrungen sind. Anschließend soll der Gemeinderat entscheiden.

Im Kreuzauer Planungs- und Bauausschuss der Gemeinde blies Dreyling jedoch ein Sturm der Entrüstung ins Gesicht, weil sich mancher Kommunalpolitiker übergangen fühlte. „Die Eifelstraße ist eine der wenigen noch erhaltenen Alleen in unserer Gemeinde, da sollte man zumindest drüber nachdenken, die Bäume zu erhalten und die Leitung in der Mitte der Straße zu verlegen“, sagte Karl-Heinz Kern von Bündnis 90/Die Grünen.

Man wolle wissen, was die Alternative kosten würde. Die Pläne des Wasserwerks sind allerdings im Aufsichtsrat vorgestellt worden, wie Ausschussvorsitzender Jo Kaptain (CDU) bestätigte. Darin sind alle Parteien des Gemeinderats vertreten.

Peter Dreyling machte schon in der Sitzung deutlich, dass die Situation nicht einfach sei, da sich auch der Kanal und andere Versorungsleitungen in der Mitte der Straße befänden: „Da bestehen kaum noch Möglichkeiten, eine freie Leitungstrasse zu finden.“ Er betonte, dass man verschiedene Optionen geprüft habe. Die Kosten des Leitungsaustauschs wird nicht von den Anwohnern mitgetragen, sondern im Rahmen der Investitionen des Wasserwerks über den Wasserpreis mitfinanziert.

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