Nörvenich/Düren: Als es noch auf Schienen von Düren nach Nörvenich ging

Nörvenich/Düren: Als es noch auf Schienen von Düren nach Nörvenich ging

Am Dienstag vor genau 50 Jahren, nämlich am 30. April 1963, fuhr die letzte Straßenbahn im Personenverkehr auf der Strecke Düren-Nörvenich-Düren. Nur wenige Ältere kennen noch den Schienenverkehr, der Nörvenich betraf.

Einer der wenigen Hinweise ist noch der alte Bahnhof, der zwischen der Nörvenicher Tankstelle und dem Buswendeplatz steht und heute als Privatwohnhaus genutzt wird.

Noch kleine Reste zu sehen

Auch der Straßenname „Bahnhofstraße“ erinnert noch daran, dass es vor längerer Zeit in Nörvenich Straßenbahn- und Eisenbahnverkehr gab. Von der Straßenbahnstrecke, die ursprünglich von Düren über Eschweiler über Feld und Nörvenich nach Zülpich bis zur Endhaltestelle in Embken verlief sind nur noch kleine Reste sichtbar.

Wenn man von Eschweiler über Feld nach Girbelsrath fährt, ist nördlich neben der Straße ein Gehölzstreifen zu sehen. In ihm sieht man noch quadratische Fundamente (besonders gut an der Einmündung der Landstraße nach Frauwüllesheim zu sehen), die Sockel für die Masten der elektrischen Oberleitung waren. Nörvenich hatte zwei Bahnübergange, nämlich an der B 477 kurz vor dem Kreisverkehr aus Richtung Blatzheim kommend und wieder an der B 477 in Höhe der Kleingärten Zülpicher Straße. Die Schienen verliefen teilweise in der heutigen Dresdener Straße.

Endstation in Nörvenich

Nörvenich war auch Endstation für eine Zugstrecke der Reichsbahn, Bergheimer Kreisbahn bzw. deren Nachfolgeunternehmen, die von Frechen und Blatzheim nach Nörvenich führte. Am 6\. Oktober 1908 eröffnete die Dürener Kreisbahn der Verkehr auf der Linien von Düren-Distelrath über Nörvenich nach Zülpich. Damals hatte Nörvenich nur 558 Einwohner.

Seit 1909 Personenverkehr

Zunächst wurden Zuckerrüben zur Dürener Zuckerfabrik transportiert, am 1\. Mai 1909 wurde auch der Personenverkehr aufgenommen. 1928 wurde die Strecke zwischen Düren und Nörvenich elektrifiziert.

Ab 1928 fuhren auf der weiterhin als Kleinbahn konzessionierten Strecke Straßenbahn-Triebwagen, der Güterverkehr wurde weiterhin mit Dampfloks bedient. Fahrgäste nach Zülpich und Embken mussten in Nörvenich umsteigen, da die Strecke dorthin nicht elektrifiziert war.

Zwischen 1955 und 1958 wurde die Kleinbahnstrecke zwischen Nörvenich und Bessenich bei Zülpich elektrifiziert. Der Personenverkehr zwischen Nörvenich und Zülpich endete dennoch ohne Vorankündigung am 31\. Januar 1960\.

Am 19\. Mai 1960 wurde auch der Verkehr auf der Strecke Nörvenich-Kerpen eingestellt. Am 30\. April 1963 wurde schließlich der verbliebene Personenverkehr der Dürener Kreisbahn nach Düren eingestellt. Am 30\. Juni 1968 fuhr der letzte Güterzug nach Düren, anschließend erfolgte die Stilllegung und der Abbau der Gleisanlagen.

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