Langerwehe: Alesco investiert zweistelligen Millionenbetrag

Langerwehe: Alesco investiert zweistelligen Millionenbetrag

Gut zwei Jahre nach der Übernahme durch die Folien Herford GmbH gehört der jahrzehntelange Investitionsstau bei der traditionsreichen und 2012 in die Insolvenz gerutschten Firma Alesco Folien GmbH & Co. KG in Langerwehe der Vergangenheit an.

Bis zum Jahresende werden die neuen Eigentümer einen kleinen zweistelligen Millionenbetrag in das Werk an der Schönthaler Straße mit seinen aktuell 95 Arbeitsplätzen investieren. Ziel sei es, den technologischen Vorsprung der Wettbewerber aufzuholen, erklärt Geschäftsführer Olaf Poll. Alesco will wieder dorthin, wo das Unternehmen bis Ende der 90er Jahre schon einmal war, beispielsweise bei Getränkefolien wieder zu einem der Marktführer in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Benelux-Staaten aufsteigen. Schon heute stößt nahezu jeder Verbraucher, der in einem Discounter einen Getränke-„Sixpack“ kauft, unmerklich auf ein Produkt aus Langerwehe. Ein Großteil der bunt bedruckten Folienverpackungen, die aus den sechs PET-Flaschen erst ein tragbares Gebinde machen, stammt von Alesco.

Pro Monat werden bei Alesco allein 15 Millionen Beutel produziert, bedruckt und auf Rollen Foto: Jörg Abels

Und auch für die derzeit in Langerwehe leerstehenden Hallen der früheren Hohlkörper- und Flaschenproduktion hat der Mutterkonzern mittlerweile eine Lösung gefunden. Aus Mönchengladbach wird die Firma Sunset, wie Alesco eine Tochter der Herford Folien GmbH, mit ihrer Luftpolsterfolien-Produktion und 65 Arbeitsplätzen in den kommenden Wochen Schritt für Schritt nach Langerwehe verlagert. Eine erste Maschine hat an der Schönthaler Straße bereits die Produktion aufgenommen, weitere werden folgen. Und weil nicht alle Mitarbeiter den Weg aus Mönchengladbach nach Langerwehe mitgehen, werden auch neue Arbeitsplätze geschaffen. Geschäftsführer Remko Kappen spricht in einem ersten Schritt von zehn bis 15. Weitere Arbeitsplätze auch bei Alesco selber könnten durchaus noch folgen. Denn Alesco will die Jahresproduktion steigern, von derzeit rund 18.000 auf mehr als 21.000 Tonnen.

Die neuen Alesco-Eigentümer haben in einem ersten Schritt in die Gebäude investiert, erklärt Olaf Poll. Auch ein benachbartes Grundstück, rund 5000 Quadratmeter groß, wurde angekauft, um die früher quer im ganzen Betrieb verteilten Rohstoffe zentral zu lagern. Jetzt wird die Produktion modernisiert. Ein neuer Umroller, der auch prägen, perforieren und lochen kann, ist bereits in Betrieb gegangen. Eine Zehn-Farben-Druckmaschine zur Veredelung der Folien (bislang kann Alesco sechs- und achtfarbig drucken) und eine sogenannte Fünf-Schichten-Extrusionsanlage, die aus geschmolzenen Kunststoff-Granulat eine ultradünne Folienblase aus bis zu fünf Schichten und verschiedenen Eigenschaften erzeugen kann, sind bestellt.

„Beide Maschinen sollen bis zum Jahresende die Produktion aufnehmen“, kündigt Olaf Poll. Dazu kommt eine neue Regenerationsanlage, die es Alesco ermöglicht, den in der Produktion anfallenden Ausschuss direkt wieder in Granulat umzuwandeln und erneut der Produktion zuzuführen. Die Wiederverwertung senke Kosten und werde daher auch von den Kunden immer wieder angesprochen, erklärt der Geschäftsführer. Er kann sich auch vorstellen, dass Alesco in Zukunft Rest- und Abfallfolien zukauft.

Neben dem Thema Nachhaltigkeit widmet sich Alesco derzeit auch intensiv der Lebensmittelsicherheit und strebt die ISO-Norm 22.000 an. „Wir müssen schon heute die Lebensmittelechtheit unserer Produkte nachweisen, wollen aber nachweisen, dass wir die internationale Norm einhalten.

Mehr von Aachener Zeitung