Düren: Ahmet Tekindag will Staplerfahrer-Meister bleiben

Düren: Ahmet Tekindag will Staplerfahrer-Meister bleiben

Am Anfang wurde Ahmet Terkindag ausgelacht. Sogar von der eigenen Freundin. Vor sechs Jahren blieb der heute 31-jährige Dürener bei einem Fernsehbeitrag über die Deutsche Meisterschaft im Staplerfahren hängen und spürte spontan Lust, ebenfalls einmal an diesem doch etwas eher ungewöhnlichen Wettbewerb teilzunehmen. Inzwischen ist Tekindag amtierender Deutscher Meister und will in der kommenden Woche seinen Titel verteidigen.

Aber der Reihe nach. Trotz der Skepsis seines Umfelds erkundigte sich Ahmet Tekindag, welcher Weg ihn zur Deutschen Meisterschaft führen würde. Im Internet wurde er fündig und meldete sich für den nächsten Wettbewerb an. Vor der Deutschen Meisterschaft müssen sich alle Staplerfahrer bis auf den Titelverteidiger bei Regionalmeisterschaften qualifizieren. Tekindag fuhr also nach Kerpen und landete auf Anhieb auf dem Podest - und das bei rund 120 Teilnehmern.

Bei seiner ersten Deutschen Meisterschaft, die übrigens immer in Aschaffenburg und vor teilweise bis zu 10.000 Zuschauern stattfindet, war im Achtelfinale Schluss. Fünf Mal hat Tekindag, der als Vorarbeiter bei der Spedition Hamacher arbeitet, inzwischen teilgenommen, fünf Mal qualifizierte er sich für das Finale der Besten. Mit dem Höhepunkt des Titelgewinns im Vorjahr.

Es gab aber auch Rückschläge: Vor zwei Jahren wurde Tekindag disqualifiziert, weil er einen Betonblock berührt hatte.

Tekindag hat große Ziele für den Wettkampf am 24. September. „Noch nie hat ein Deutscher Meister seinen Titel verteidigt oder ist überhaupt unter die ersten 3 gekommen. Das will ich jetzt ändern”, geht die Kampfansage an die Konkurrenz.

Bei der Regionalmeisterschaft in Kerpen trat er an, obwohl er bereits für den nationalen Wettstreit qualifiziert war. Tekindag landete auf dem zweiten Platz.

Sein Vorjahreserfolg beschert ihm in der kommenden Woche einen weiteren Höhepunkt. Die besten drei Staplerfahrer vertreten die deutschen Farben bei einem internationalen Staplerfahrer-Kräftemessen einen Tag vor dem Bundesfinale.

Aus diesem Grund reist Tekindag auch bereits am Donnerstag nach Aschaffenburg. Wie die Regionalmeisterschaften findet auch das große Finale stets an einem Samstag statt. Normalerweise muss Tekindag also keinen Urlaub nehmen. Dieses Mal macht er gerne eine Ausnahme, obwohl es kein Start-, aber auch kein Preisgeld gibt. D

ie Schirmherrschaft hat erneut das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, als prominenter Gast schaut in diesem Jahr Reiner Calmund vorbei - und wird auch selbst mit einem Stapler fahren.

Ein wenig trainiert wird vorher auch. Tekindag, der seinen Staplerschein vor 13 Jahren gemacht hat, erledigt in den zwei Wochen vor den Meisterschaften beinahe sämtliche Gabelstaplerfahrten selbst. Die Aufgaben, die auf ihn in Aschaffenburg zukommen, schaut er sich vorher intensiv im Internet an.

„Eine Mischung aus Gas geben und Präzision ist wichtig”, sagt der 31-Jährige, der gerne Quad fährt, als Sportschütze aktiv ist und bei SG Voreifel II gegnerische Stürmer am Toreschießen hindert. In der Vorrunde gilt es etwa, einen Golfball einzulochen, einen Basketball in den Korb zu bugsieren und Bierkisten sauber zu stapeln. Das alles so schnell wie möglich. Tekindag beherrscht das fast perfekt, und er wird längst nicht mehr ausgelacht.

Mehr von Aachener Zeitung