Merzenich: Ältester seiner Art: Merzenicher FC-Fanclub feiert 50-jähriges Bestehen

Merzenich: Ältester seiner Art: Merzenicher FC-Fanclub feiert 50-jähriges Bestehen

„Ich verspreche euch, dass der 1. FC Köln nicht ein weiteres Mal absteigt“, verkündete Harald Toni Schumacher, Vize-Präsident der Geißböcke und früherer Weltklasse-Torwart, am Samstag zum 50-jährigen Bestehen des Merzenicher FC-Fanclubs.

Was für manch einen wie eine Durchhalteparole angesichts der Bundesliga-Bilanz von zehn Spielen ohne Sieg (0/2/8, letzter Platz) klang, war Schumachers voller Ernst: „Davon bin ich felsenfest überzeugt. Ich bin kein Taktiker, sage so etwas nicht für die Menschen, sondern weil ich es ganz ehrlich so meine.“

Bevor Schumacher sowie die Fanbeauftragten Rainer Mendel und Thorsten Friedrich in der Merzenicher Weinberghalle aufschlugen, hatte Bürgermeister Georg Gelhausen als Schirmherr des Jubiläums die rund 500 FC-Fans, die in die Halle gekommen waren begrüßt. Vor einem Meer aus rot-weiß gekleideten Zuschauern spielte er zunächst die FC-Hymne auf einer Trompete.

Danach erklärte er: „Jedes Wort der Hymne passt. Der FC ist nicht nur eine Liebe, sondern auch ein Lebensgefühl für uns Fans.“ Besonders stolz zeigte sich Gelhausen ob der Tatsache, dass der Merzenicher FC-Fanclub der erste seiner Art war. „So steht es in den Geschichtsbüchern des 1. FC Köln“, betonte er.

1967 gründeten einige Fans des Kölner Clubs, die die Spiele stets am Fernseher einer Kneipe verfolgten, ihren Fanclub — sozusagen „aus einer Bierlaune“ heraus, meint Josef Tappert, der Vorsitzende des Fanzusammenschlusses. Tappert ist seit 2005 Vorsitzender. Er habe seinem Vorgänger versprechen müssen, „dass der Fanclub nie kaputt geht — es ehrt uns, dass wir der erste FC-Fanclub sind“. Natürlich fehle es — wie in jedem Verein — an Nachwuchs (derzeit 30 Mitglieder). Doch der Zusammenhalt unter den FC-Fans sei einmalig: „Es ist fast schon egal, in welcher Liga der Verein spielt. Die Atmosphäre ist immer gut, weil die Fans auch in schlechten Zeiten zu ihrem Verein stehen.“

Genau diese einmalige Atmosphäre ließ sich auch in der Weinberghalle spüren — und das beeindruckte „Toni“ Schumacher nach der 1:2-Niederlage am Nachmittag: „Wenn wir gegen Leverkusen mindestens einen Punkt geholt hätten, wäre die Hütte hier wohl abgerissen worden. So könnte man aber auch schon meinen, die Tabelle wäre umgedreht worden.“ Als Schumacher auf der Bühne erfuhr, dass Fanclub-Gründer Helmut Bläser — übrigens Großvater eines früheren Mitspielers (Jupp Bläser) von Schumacher bei Schwarz-Weiß Düren — aus gesundheitlichen Gründen nicht an den Festlichkeiten teilnehmen konnte, versprach er: „Ich werde ihn besuchen.“

Generell sei der Abend für Schumacher ein Glücksfall gewesen, wie er im Nachhinein erklärte: „Der älteste Fanclub des FC, und dann auch noch aus dem Dürener Raum — das finde ich großartig. Ich habe viele Menschen getroffen, mit denen ich bei Schwarz-Weiß oder gegen die ich gespielt habe.

Die Stimmung des Abends passte zum Slogan des 1. FC Köln: „Spürbar anders“. Und Rainer Mendel pflichtete ihm bei: „Wir haben Glück, eine so tolle, so leidenschaftliche Fangemeinde zu haben. Ich bin sehr stolz, für einen solchen Verein arbeiten zu dürfen. Bei so viel Unterstützung kann man nur dankbar sein.“

Der Abend in der Weinberghalle hatte noch so einige Programmpunkte zu bieten. So traten das Tanzkorps der KG Dürscheder „Mellsäck“, Büttenredner „Tulpenheini“, die Band „Kölsche Adler“, die Cheerleader des 1. FC Köln, der Party-Sänger „Fino“ sowie das Funkencorps „Die Weisweiler“ und die Dürener Kult-Band „Bremsklötz“ auf und irgendwie kam bereits ein kleines Gefühl von Karneval auf.

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