Gewerbsmäßiger Diebstahl: Älterer Mann beklaut Seniorin in Dürener Schalterhalle

Gewerbsmäßiger Diebstahl : Älterer Mann beklaut Seniorin in Dürener Schalterhalle

Eine Video-Überwachung im Vorraum einer Bank überführt einerseits einen Dieb, aber andererseits entlasten sie ihn auch. Dennoch wurde der 69 Jahre alte Mann vom Schöffengericht in Düren wegen gewerbsmäßigen Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Zwei völlig gegensätzliche Erfahrungen hat ein 69 Jahre alter Mann mit der Video-Überwachung im Vorraum einer Bank in Düren gemacht. Zunächst wurde er im vergangenen März durch eine solche Aufnahme als Dieb überführt, was den Mann mit weißem Haar und entsprechend ergrautem Bart nach einer ähnlichen Tat in Köln so eindeutig überführte, dass er in Untersuchungshaft kam. Jetzt aber, vor dem Schöffengericht in Düren, entlasteten dieselben Videoaufnahmen den Angeklagten, denn der Vorwurf, als Teil einer Bande gehandelt zu haben, ließ sich nicht mit der notwendigen Sicherheit aufrechterhalten, um von Bandenkriminalität zu sprechen.

Dennoch hatte sich der Kolumbianer wegen gewerbsmäßigen Diebstahls zu verantworten. Am 8. März spionierte er gegen 14.25 Uhr in der Hauptstelle der Sparkasse eine heute 70-jährige Kundin aus Düren regelrecht aus. als diese für eine Angehörige 1600 Euro von deren Konto abhob. Die Banknoten befanden sich in einem Briefumschlag und wurden im Einkaufs-Trolli der Frau verstaut. Als die Seniorin anschließend am Automaten noch Geld von ihrem eigenen Konto abheben wollte, wurde sie offensichtlich abgelenkt.

Vor Gericht ließ sich nicht mit Sicherheit klären, ob und wie weit neben dem Angeklagten drei weitere Männer an diesem Manöver beteiligt waren.

Fest stand allerdings, dass der 69-Jährige den Geldumschlag aus der Rolltasche des Opfers nahm und in seine eigene Umhängetasche steckte. Angesichts dieser Aufzeichnung war der Angeklagte geständig. Für ähnlich gelagerte Taten in Köln und Düsseldorf ist er – so hieß es in der Hauptverhandlung – im Juli von einem Kölner Gericht zu einem Jahr Haft verurteilt worden; das Urteil sei aber noch nicht rechtskräftig.

Ausreise nach diversen Straftaten

Sein Verteidiger schilderte die wirtschaftliche Notlage des alten Mannes in dessen Heimat. Er sei 2011/2012 mit dem Wunsch nach Deutschland gekommen, hier legal zu arbeiten, was offensichtlich nicht klappte. Nach diversen Straftaten wurde er laut Bundeszentralregister zu vier Jahren Gefängnis verurteilt und musste nach Kolumbien ausreisen.

Anfang 2019 kehrte er nach Mitteilung seines Anwaltes wieder zurück nach Deutschland und wurde wenig später erneut straffällig. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Christina Lange verurteilte den Mann zu einer erneuten Freiheitsstrafe von einem Jahr und einem Monat. Außerdem sollen bei ihm 1600 Euro eingezogen werden, um den finanziellen Schaden gegenüber dem Opfer auszugleichen.

(hp)
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