Bekannter Juxwettbewerb: Adventsstimmung und fliegende Bäume in Berzbuir

Bekannter Juxwettbewerb : Adventsstimmung und fliegende Bäume in Berzbuir

Jonas Jörres hat den Dreh schon ziemlich gut raus. „Du musst einfach versuchen, den Weihnachtsbaum bis nach Hause zu werfen“, lautete ein hilfreicher Tipp aus dem Zuschauerfeld.

Ganz so weit schaffte es der Fünfjährige aus Berzbuir zwar nicht, aber mit seiner Wurftechnik katapultierte er den kleinen Kinderbaum deutlich über die Drei-Meter-Marke. Und im nächsten Jahr wird es noch ein bisschen weiter sein.

Am zweiten Wochenende im Advent findet in Berzbuir traditionell die Internationale Deutsche Meisterschaft im Weihnachtsbaum-Weitwurf, kurz Weiweiwu, statt. Und wie immer traten Männer, Frauen, Kinder und Teams bei dem ungewöhnlichen Wettbewerb an. Erlaubt waren der Überkopfschleuderwurf, der Drehschleuderwurf und der Stoßwurf. Jeder hatte drei Versuche, der beste wurde gewertet. Bei der lasergesteuerten Wurfweitenermittlung – natürlich standesgemäß mit einer Projektionsfläche in Tannenbaumform – zählt immer die Lage der unteren Schnittkante des Baumstammes.

Und so manch einen überkam das Gefühl, dass die Weihnachtsbäume jedes Jahr wohl heimlich größer werden, wenn das Bäumchen trotz Spezialtechnik und Anlauf doch nur ein kleines Stück vor den eigenen Füßen wieder auf den Boden prallte. Und über die richtige Technik scheiden sich sowieso die Geister. Applaus gab es aber immer.

Während in der kleinen Wurfarena vor dem Bauschhof Partymusik zum Spaßwettbewerb gespielt wurde, ging es hinter den Mauern des Bauschhofes romantisch zu. Dort hatte der Förderverein der St.-Anna-Schützen für das Wochenende einmal mehr einen detailreich gestalteten und liebevoll dekorierten Weihnachtsmarkt mit schöner Lichtstimmung und viel Kunsthandwerk auf die Beine gestellt.

Vor den Toren versuchte unter anderem Jonas Jörres (5) sein Glück beim Weihnachtsbaumweitwurf. Foto: ZVA/Sarah Maria Berners

Die Schützen sorgten für die Verpflegung und der Reinerlös ist für die Jugendarbeit der Gemeinschaft bestimmt, während die Startgelder des Weihnachtsbaumweitwurfes an die Wohn- und Förderstätte für mehrfach behinderte blinde Erwachsene in Düren gehen. Der kleine Weihnachtsmarkt in dem 471-Seelen-Dorf am Rande der Stadt Düren hat sich über die Jahre einen Namen gemacht. Und auch die Berzbuirer selbst freuen sich immer auf den Markt – auch wenn er für viele mit reichlich Arbeit verbunden ist: vom Auswählen der Aussteller bis hin zur Aufräumarbeit nach dem Wochenende.

Im Ort hat der Weihnachtsmarkt einen großen Stellenwert: Freya Jörres bringt es auf den Punkt: „Auf das zweite Wochenende im Advent freuen wir uns schon das ganze Jahr. Der Zusammenhalt und die Dorfgemeinschaft machen es hier sehr lebenswert.“

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