Vossenack: ADAC-Bergprüfung: Panoramastraße „klein und gemein“

Vossenack : ADAC-Bergprüfung: Panoramastraße „klein und gemein“

Es ist unmöglich zu sagen, ob Gerhard Seitz die Attraktion gewesen ist, schließlich gibt es viele Geschmäcker unter den Oldtimer-Liebhabern. Mit großer Sicherheit war Seitz aber ein Fahrer, der mit seinem Wagen die Faszination vieler für Rennsport und alte Autos befriedigend haben wird.

Seitz, bald 71 Jahre alt, kommt aus Lahnstein in Rheinland-Pfalz, das Wochenende hat er in Simonskall in einer Pension geschlafen. Mit seinem 112 PS starken Fiat Abarth 1000, Baujahr 1968, ist er das erste Mal die ADAC-Bergprüfung auf der Panoramastraße bei Vossenack gefahren. Es war an diesem Wochenende die achte Ausgabe, die der Dürener Motorsport Club (DMC) mit Hilfe etlicher Sponsoren auf die Beine gestellt hat. 70 Fahrer sind in verschiedenen Klassen an den Start gegangen, das älteste Auto stammte aus dem Jahr 1927. Mehrere Hundert Fans sind gekommen.

Mit der prestigeträchtigen Startnummer 1 unterwegs: Gerhard Breuer aus Köln am Steuer eines MG TA aus dem Jahr 1937. Foto: Rose

Als Seitz seinen kleinen italienischen Flitzer für den Abtransport bereitmacht, kann er mehrere Gründe nennen, warum er die gut zweistündige Fahrt nach Hürtgenwald nicht bereut hat: „Die Strecke ist astrein, die Zuschauer sind spitze. Sie haben mir fasziniert zugejubelt! Da bleibt nichts anderes übrig, als zurückzuwinken“, erzählt Seitz und man nimmt ihm dabei ab, dass er an dem Wochenende weder etwas zu beklagen, noch an der Veranstaltung auszusetzen hat. Ihm ist auch anzumerken, dass er den sportlichen Ehrgeiz hinter die Atmosphäre stellt. „,Race for fun‘ heißt es doch so schön“, sagt er. Rennen fahren aus Spaß und Leidenschaft.

Seitz ist mit 70 immer noch als KFZ-Mechaniker tätig und deutschlandweit mit seinem „regelrechten Rennwagen mit Straßenzulassung“ (Heckaufschrift: „Klein und gemein“) unterwegs, fährt mehrere Bergprüfungen wie die in der Gemeinde Hürtgenwald. Bekannte Fahrer hätten ihm bei anderen Rennen erzählt, dass es lohnt, auch in Vossenack an den Start zu gehen. Fast schon zwangsläufig sagt Seitz, der seinen Fiat zwei Jahre auf Vordermann gebracht hat: „Nächstes Jahr komme ich auf jeden Fall wieder — es geht ja nicht anders.“

„Untypisches“ Fahrerfeld

Gerhard Breuer aus Köln, 49, war mit seinem 81 Jahre alten, 85 PS starken MG TA auf der kurvenreichen 2,75 Kilometer langen Serpentinenstrecke unterwegs. Als Fotograf hatte er in der Vergangenheit etliche schöne, historische Autos auf der Panoramastraße vor der Linse. Am Sonntag freute er sich besonders über die ältesten Modelle. „Ich bin ein Fan von Vorkriegsautos, deswegen war dieses Jahr sehr interessant. Es ist schön, dass sich der DMC auch um diese Autos bemüht“, sagte Breuer. „Das ist untypisch, spricht aber für die Qualität der Veranstaltung an sich.“

Ergebnisse und Infos im Internet.

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