Niederau: Abstrakte Kunst von Doris Faust im Kloster

Niederau: Abstrakte Kunst von Doris Faust im Kloster

Die Sozialarbeiterin im Seniorenhaus des Marienklosters, Andrea Ruppert, hatte schon vor Eröffnung der Ausstellung „Spiel mit den Farben“ von Doris Faust eine Umfrage unter Kolleginnen und Bewohnern des Hauses gestartet. Dabei kristallisierten sich drei recht bunte Bilder, bei denen Malerin Doris Faust intensiv mit Farben und Materialien gespielt hat, als Favoriten heraus.

Die Umfrage war nach der Eröffnung noch nicht abgeschlossen, so dass an dieser Stelle keine Ergebnisse erwähnt werden können.

Der Betrachter muss — wie bei jedem Kunstwerk — Muße mitbringen, um sich die teils dunklen, teils farbenfrohen Gemälde zu erschließen. Eine mittelgroße Leinwand ist horizontal mit verschiedenen Grau- und Schwarztönen gemalt oder besser: gespachtelt, denn Doris Faust greift nur selten zum Pinsel. Vielmehr gestaltet sie ihre Leinwände mit Werkzeugen, wie Spachteln und kleinen Röllchen, mit denen sie die Farben, die Sande, Strukturpasten oder Strukturbänder auf die grundierte Leinwand aufträgt. „Bei dem einmaligen Bearbeiten bleibt es nicht“, erklärt die Künstlerin, „ich sehe immer wieder Verbesserungsmöglichkeiten.“

Dunkel bis bunt

Zurück zu den verschiedenen Grau- und Schwarztönen. Das Bild soll eine düstere Nebel- und Regenwand in verschiedenen Nuancen darstellen.

In einem anderen Bild sind recht gut die Reiche verschiedener Landschaften zu erkennen: eine Küste mit Strand, Meer und Himmel in verschiedenen Farben.

Doris Faust arbeitet gerne mit Erdfarben, die sie durch gelungene Einordnung in Landschaften zum Leben erweckt. Auf einem anderen Bild ist ein Juteband mit einem Text, leider unlesbar, eingearbeitet. Konkreter, teils die Abstraktion verlassend, sind es Bilder mit Landschaften aus der Toskana. Grau durchzieht, vielleicht in der Norddeutschen Tiefebene, ein Fluss still die platte Landschaft, vorbei an Bäumen und Zäunen. Rätselhaft ein in dunkles, geheimnisvolles Rot getauchtes Köln mit Dom und Eisenbahnbrücke. Warum dieser tiefe, schmale Spalt?

Ein anderer, breiterer Spalt trennt auf einem weiteren Gemälde ein Wohngebiet entzwei.

Der Betrachter muss selbst die Antworten nach dem Warum finden. Stehen Spalt und Riss für eine gespaltene Gesellschaft? Die Antworten bleibt Doris Faust schuldig.

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