Ellen: Abriss der alten A4 außerhalb des Tagebaus beginnt

Ellen: Abriss der alten A4 außerhalb des Tagebaus beginnt

Gut anderthalb Jahre nach der Freigabe der Neubaustrecke beginnt der Landesbetrieb Straßen NRW mit dem Rückbau der Abschnitte der alten Autobahn 4, die außerhalb des Tagebaus Hambach liegen. In Höhe Ellen wird die nicht mehr benötigte Fahrbahn auf einer Länge von gut einem Kilometer abgerissen, im östlichen Bereich bei Elsdorf muss sich der Landesbetrieb noch um gut 1,7 Kilometer kümmern.

„Die Aufträge sind vergeben, Ende April geht es los“, kündigt Projektleiter Werner Engels an. Und es soll zügig gehen. Bis Ende des Jahres soll nichts mehr an die in den 50er Jahren erbaute Ost-West-Tangente erinnern, die dem Tagebau Hambach weichen musste.

Nach aktuellen Berechnungen soll wird der Rückbau rund 2,2 Millionen Euro kosten, weit weniger als ursprünglich geplant. Es muss nicht nur die sichtbare Asphaltdecke der alten A4 ausgebaut und verwertet werden, sondern auch die darunterliegende und mit Teer belastete Betonschicht der ersten Autobahn zwischen Köln und Aachen, die in den 50er Jahren erbaut wurde. Diese giftige Schicht muss von den übrigen Baustoffen getrennt werden und wird in den Niederlanden verbrannt, erklärt Werner Engels. Ein Bergheimer Fachbüro begleitet den Rückbau.

Um zu wissen, wie groß der Anteil des belasteten Materials ist, wurden im Abstand von 150 Metern Probebohrungen durchgeführt. Die Experten rechnen mit einer durchschnittlich rund 20 Zentimeter starken Schicht, die teilweise aber auch dicker sein kann. „So genau kann man das nie vorhersagen“, weiß Engels.

Aber es ist nicht nur die Fahrbahn, die ausgebaut wird. Dazu kommen rund 140 Kanal- und Entwässerungsschächte, mehr als sechs Kilometer Stahlschutzplanken und Elektrokabel. „Darüber hinaus werden wir zwei Regenrückhaltebecken und zwei kleinere Brücken bei Ellen entfernen“, kündigt Engels an. Eine Besonderheit stellen die beiden Parkplätze mit ihren WC-Anlagen dar. „Dort werden wir rund 4000 Quadratmeter Basaltpflaster ausbauen, das sehr begehrt ist , erklärt der Projektleiter. Mehrere Kaufanfragen liegen dem Landesbetrieb bereits vor. Engels rechnet mit einer Einnahme von rund 100.000 Euro.

Wenn alles ausgebaut und entsorgt ist, wird die ehemalige Autobahntrasse rekultiviert. Sträucher und Bäume werden gepflanzt, einige Bereiche mit Erdreich noch angefüllt, andere der natürlichen Sukzession überlassen.

Was dann noch an die alte A4 erinnert, ist die Brücke der Tagebaurandstraße (L264) bei Ellen. Auch die soll noch abgerissen werden, eventuell im Jahr 2017. Priorität habe diese Maßnahme jedoch nicht, versichert Werner Engels. Die L264 soll inklusive eines Radweges künftig über einen Erdwall verlaufen. Für diese Maßnahme muss die viel befahrene Landstraße gesperrt und der Verkehr umgeleitet werden.