Düren: Abfalleimer stören die Fahrt des Radlers

Düren: Abfalleimer stören die Fahrt des Radlers

Abfalleimer ragen in den Fahrradweg hinein. Straßenlaternen stehen direkt neben den Flächen, auf der Radler in die Pedale treten können. Und auch die Pfosten, an denen die Verkehrsschilder hängen, sind nur wenige Zentimeter neben dem Fahrradweg in den Boden gelassen.

Die Situation an der Josef-Schregel-Straße ist für die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft „Pro Rad Düren“ ein Paradebeispiel dafür, wie Radwege nicht sein sollen. „Wenn man jetzt noch die vielen Geschäftseingänge, Einmündungen Zufahrten hinzunimmt, ist das Fahren auf diesem Radweg eine Zumutung“, sagt Jens Veith, eines der AG-Mitglieder.

Deshalb sehen er und seine Mitstreiter es als richtig an, dass auch an dieser Stelle die Benutzungspflicht des Radweges aufgehoben ist. Das heißt: Dem Radler ist es freigestellt, ob er auf dem Radweg oder auf der Straße fahren möchte.

Und so weichen immer mehr Radfahrer auf die Fahrbahn aus. Mit Folgen: Gerade auf dieser Straße, hat „Pro Rad Düren“ festgestellt, können sich die Autofahrer nicht damit anfreunden, dass auch Radler unterwegs sind. „Es wird gehupt und geschimpft. Und das vermehrt“, haben Veith und seine Gefährten festgestellt.

Seit 15 Jahren gibt es keine generelle Radwegebenutzungspflicht mehr. Nur dort, wo ein blaues Schild mit Fahrradsymbol aufgestellt ist, muss der Radweg benutzt werden.

Und diese Pflicht besteht in Düren — aber auch in anderen Orten —immer weniger: „Heute sind die Anforderungen an Radwege strenger. Deshalb darf eine Benutzungspflicht nur angeordnet werden, wenn der Radverkehr dort definitiv sicherer als auf der Fahrbahn unterwegs ist“, sagt Jens Veith. Deshalb würden immer häufiger die blauen Hinweisschilder entfernt, weil Radwege beispielsweise zu schmal sind oder sich in einem schlechten Zustand befinden. „Es ist also immer mehr der Normalfall, dass Radler auf der Fahrbahn fahren.“

Denn: Statistiken belegen, dass auf der Straße ein geringeres Gefährdungspotenzial herrscht, da sich der Radfahrer eigentlich immer im Sichtbereich des Autofahrers bewegt. Im Gegensatz dazu, betonen die Mitglieder der AG, wird er auf den separat geführten Wegen an Einmündungen und Ausfahrten von Autofahrern oft nicht wahrgenommen. Folge: Unfälle.

Auch außerhalb geschlossener Ortschaften besteht die Pflicht nicht mehr. Zwischen Niederau und Kreuzau beispielsweise darf der Radfahrer statt sich auf dem hubbeligen Radweg durchschütteln von den vielen Lastwagen überholen lassen, die die Strecke benutzen. Doch auf dieser Landstraße benutzen selbst überzeugte Gegner der Benutzungspflicht die Fahrbahn nur in verkehrsarmen Zeiten und wenn sie mit dem Rennrad unterwegs sind. Und auch für die Euskirchener Straße in Düren sehen sie eher die Benutzungspflicht als die Wahlfreiheit.

Die Mitglieder von „Pro Rad“ appellieren aber nicht nur an die Autofahrer, sich rücksichtsvoller gegenüber den Radlern zu verhalten, ihre Appelle richten sich auch die Radfahrer, entsprechend der Regeln am Verkehr teilzunehmen. Ein Beispiel: Wenn zwei Radwege vorhanden sind, immer den rechten benutzen. An der Josef-Schregel-Straße wird diese Bestimmung häufig missachtet. Und so verteilten die AG-Mitglieder dort schon so manchen Info-Zettel.