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World Games in China: 9300 Sportler aus 109 Nationen

World Games in China : 9300 Sportler aus 109 Nationen

Helmut Schmitz, Gesellschafter und Hallensprecher der Powervolleys, betreut die Beachvolleyball-Wettkämpfe bei den World Games in China. Ein Sportfest für Soldaten.

Helmut Schmitz, den die meisten nur Helli nennen, ist das, was man im besten Sinne als volleyball-verrückt beschreiben kann. Er hat selbst viele Jahre aktiv gespielt, hobbymäßig, aber auch acht Jahre bei der Luftwaffenauswahl der Bundeswehr. Bei den Bundesliga-Heimspielen der Powervolleys sorgt er in der Arena Kreis Düren als Hallensprecher für mächtig Stimmung. Außerdem ist er Gesellschafter der Dürener. Darüber hinaus engagiert sich der 61-Jährige, der als Berufssoldat unter anderem auf dem Fliegerhorst in Nörvenich gearbeitet hat, beim internationalen Militärsportverband CISM (Conseil International du Sport Militaire), der 1948 auf Initiative Frankreichs gegründet wurde. Heute gehören dem CISM mehr als 140 Nationen an.

Alle vier Jahre veranstaltet der Verband sogenannte World Games. Gerade ist dieser riesige Wettkampf in der chinesischen 13-Millionen-Metropole Wuhan mit 9308 Sportlern aus 109 Nationen und 239 Wettbewerben (zum Vergleich: bei den Olympischen Spielen in Rio gab es 306 Wettkämpfe und 11.258 Sportlern) zu Ende gegangen.

Schmitz hat für CISM als Supervisor die Beachvolleyball-Wettkämpfe verantwortet und für einen reibungslosen Ablauf des Turniers gesorgt. „Ich war fast drei Wochen in China“, erzählt Schmitz, „und habe täglich von 9 bis 20 Uhr Beachvolleyball geschaut.“ Schmitz hatte eine eigene Dolmetscherin und einen eigenen Fahrer – und ab dem zweiten Tag seines Aufenthaltes auch eine eigene Kaffeemaschine. „Am ersten Tag gab es nur gesüßten Instant-Kaffee. Als ich gesagt habe, dass ich meinen Kaffee nur ohne Zucker trinke, habe ich am nächsten Tag eine eigene Maschine bekommen.“

Was Schmitz mit dieser Anekdote unterstreichen möchte, ist die große Gastfreundschaft der Chinesen. „Das war unglaublich“, sagt er. „Für drei Wochen standen in Wuhan alle Bauarbeiten still, um die Wettkämpfe nicht zu stören. Auf den Stadtautobahnen war immer eine Spur nur für Sportler und Funktionäre reserviert. Die World Games hatten in China einen sehr hohen Stellenwert.“ Das mag auch daran liegen, dass die Wettkämpfe ein sehr hohes Niveau hatten. Schmitz: „Es ist in vielen Ländern so wie in Deutschland, dass Spitzensportler sehr häufig beim Militär arbeiten.

Helmut Schmitz war bei den World Games in China für die Beachvolleyball-Wettkämpfe verantwortlich. Foto: ZVA/Guido Jansen

Leute wie Diskuswerfer Robert Hartung und Kugelstoßerin Christina Schwanitz haben beispielsweise schon an World Games teilgenommen.“ Neben den „normalen“ Sportarten, wie man sie von Olympischen Spielen kennt, gibt es übrigens bei den World Games auch einige militärische Spezialdisziplinen wie Orientierungswettläufe und Fallschirmspringen.

Aber warum gibt es überhaupt einen internationalen Militärsportverband? „Sport spielt naturgemäß bei der Bundeswehr eine große Rolle“, erklärt Schmitz. „Als Soldat muss man schließlich auch eine Sportausbildung absolvieren.“ CISM sei vor 71 Jahren mit der Maxime „Freundschaft durch Sport“ gegründet worden. „Und dieser Wahlspruch gilt noch immer,“ sagt der Dürener. „Und er funktioniert auch.“

Gedanken, dass Militär und Freundschaft ein Widerspruch sein könnten, weist Schmitz zurück. „Wir sind mit 400 deutschen Athleten, die alle bei der Bundeswehr arbeiten, nach China gereist, problemlos. Es hat beispielsweise im Volleyball Partien zwischen China und Südkorea oder China und dem Oman gegeben. Immer stand aber der Sport im Vordergrund. Man merkt nicht, dass das Verhältnis einzelner Staaten vielleicht nicht das beste ist.“

Klar, dass es bei so einer sportlichen Großveranstaltung auch hin und wieder Unsportlichkeiten gibt. „Das chinesische Fernsehen hat alle Wettkämpfe live übertragen“, erzählt Schmitz. „Auch an der Beachvolleyball-Anlage hing ein großer Bildschirm.“ Beim Spiel China gegen Russland wurden dort in Großaufnahme, die Handzeichen gezeigt, die die Sportler hinter ihrem Rücken zeigen.

„Absolut faire Wettkämpfe“

Schmitz: „Die Chinesen konnten genau sehen, welche Zeichen ihre Gegner machen. Das ist natürlich Wettbewerbsverzerrung und geht nicht. Logisch, dass ich das sofort unterbunden habe. Grundsätzlich waren das aber absolut faire Wettkämpfe. Sportler finden sehr schnell eine gemeinsame Basis “ Heli Schmitz ist das nächste Mal für CISM in zwei Jahren bei den Winterspielen in Berchtesgaden und Ruhpolding im Einsatz – Snowvolleyball bekommt dann eine Chance als Demonstrationssportart. Vorher ist er aber natürlich bei den Powervolleys aktiv. Zum Beispiel heute Abend, wenn er beim Heimspiel gegen Lüneburg (Anpfiff in der Arena Kreis Düren 19.30 Uhr) versucht, Dürens Volleyballer zum Sieg zu brüllen.