Niederzier: 81,15 Prozent: Heuser landet einen Kantersieg

Niederzier: 81,15 Prozent: Heuser landet einen Kantersieg

„Hermann gibt auch weiter den Takt an!“ Heusers Stammtischfreunde aus Hambach hatten bei der Beschriftung ihres T-Shirts das richtige Näschen. Mit dem Traumergebnis von 81,15 Prozent der Stimmen haben die Niederzierer ihren Bürgermeister Hermann Heuser eindrucksvoll im Amt bestätigt. Peter Frohn von der CDU hatte nicht den Hauch einer Chance.

Er erreichte mit 18,85 Prozent noch nicht einmal die Ergebnisse früherer Herausforderer. Gegen Hartmut Nimmerrichter schafften es Peter Hüvelmann 2004 und Gregor Maxrath 1999 immerhin noch auf 29,26 beziehungsweise 37,43 Prozent. Entsprechend enttäuscht zeigte sich Frohn: „Natürlich hätte ich mir ein besseres Ergebnis gewünscht. 30 Prozent wären okay gewesen“, sagte der Ellener, der in keinem der sieben Orte die Nase vorne hatte.

Selbst in seinem eigenen Wahlbezirk in Ellen, den der 55-Jährige noch bei der Kommunalwahl 2009 mit mehr als 52 Prozent für sich entschieden hatte, kam Frohn auf lediglich 30,2 Prozent. Trotzdem will er weitermachen. In welcher Funktion werde die Partei entscheiden, erklärte er im Angesicht der herben Niederlage.

Derweil ließ sich Hermann Heuser, der selbst mit etwa 55 Prozent gerechnet hatte, feiern. „Über 80 Prozent sind ein enormer Vertrauensbeweis und ein enormer Motivationsschub für die kommenden Jahre“, rief er seinen jubelnden Anhängern zu und versprach, dass der neue Bürgermeister so bleiben werde wie der alte war.

„Phänomenaler kann ein Bürgermeister nicht gewinnen“, strahlte der SPD-Ortsvereins- und Fraktionsvorsitzende Ortwin Clever. „Das ist der Dank für eine konsequente und bürgerfreundliche Politik, bei der man auch mal Nein sagen muss.“

Knapp 100 Bürger verfolgten die Ergebnisse im Sitzungssaal der Rentei. Sie hatten schnell Gewissheit über den Wahlausgang. Nur die erste Meldung aus der CDU-Hochburg Krauthausen (53,5/ 46,5) deutete auf einen knappen Ausgang, schon mit dem zweiten Wahlbezirk aus Huchem-Stammeln (83,4/16,6) zeichnete sich der Kantersieg Heusers ab. Nicht einmal in Hambach konnte die CDU mit der von ihr heftig kritisierten Schließung des Lehrschwimmbeckens punkten. Im Gegenteil: Heuser lag in seinem Wohnort mit 85,7 Prozent sogar noch über dem Gemeindeergebnis.

Und während die CDU-Gemeindeverbands- und Fraktionsvorsitzende Gaby Schmitz-Esser den Blick nach vorne richtete („Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken“), griff Heuser zur Trommel und bewies, dass er auch den Umgang mit den Trommelstöcken gelernt hat.

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