5. Große Strafkammer fällt Urteil im Fall von Lita Petre A.

Mit Scheinanmeldungen von Kfz Versicherungen abgezockt : Zweieinhalb Jahre Gefängnis für Betrug und Computerbetrug

Der aus Rumänien stammende Lita Petre A. soll mit einer beinahe perfekten Masche rund 44.000 Euro erbeutet haben. Ein Kassenautomat einer Kfz-Anmeldestelle wurde dem Betrüger allerdings zum Verhängnis. Das Aachener Landgericht hat am Mittwoch das Urteil wegen Betrugs und Computerbetrugs gefällt.

Mit einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monate wegen Betruges in 24 Fällen ist Lita Petre A. mit einigem Glück gut davongekommen. Die 5. Große Strafkammer am Aachener Landgericht fällte am Mittwochmorgen das Urteil.

Die Kammer unter Vorsitz von Richterin Regina Böhme kam zu der Überzeugung, dass der aus Rumänien stammende Lita Petre A. Landsleute aus seinem Heimatland und teilweise aus anderen osteuropäischen Ländern angeworben hat, um mit ihrer Hilfe sein Betrügereien durchführen zu können.

Denn sie sollten an diversen Straßenverkehrsämtern der Region und bis hinein ins Ruhrgebiet, aber vorrangig in Düren und Aachen, unter seiner Anleitung sogenannte Scheinanmeldungen von Fahrzeugen vornehmen, er selber hatte dies als Gehilfe eines anderen Betrügers bereits ab 2015 „geübt“.

Die mit dieser Masche versicherten und angemeldeten Pkw verkaufte der Angeklagte sodann weiter. Er habe sich mit den Betrügereien zwischen 2015 und 2016 „eine dauerhafte Quelle von Einkommen“ geschaffen, begründete das Gericht unter Vorsitz von Richterin Regina Böhme die Verurteilung wegen gewerbsmäßigen Betruges.

Zugute hielten ihm die Richter den eher fahrlässigen Umgang der Versicherungen mit den zur Anmeldung an den Straßenverkehrsämtern wie Düren, Aachen oder Bergisch-Gladbach gemachten Deckungszusagen. Der Angeklagte habe sein „Geschäftsmodell“, so Richterin Böhme, betrieben, das speziell in diesem Zeitraum parallel von mehreren „Kollegen“ genutzt wurde, um gewinnbringend gebrauchte Fahrzeuge an den Mann zu bringen. Es gab Anmeldungen in Aachen, Duisburg, Düren, in Bergisch-Gladbach oder auch in Herne, das Zentrum der Taten von A. lag allerdings in Düren und Aachen, er selber wohnte in Kerpen.

Es blieb dem Aachener Straßenverkehrsamt in Würselen vorbehalten, Lita Petre A. zu verdächtigen und ihm letztlich mit Hilfe der Aachener Kripo eine Falle zu stellen. Denn einem Mitarbeiter in der Behörde waren die Methoden der für rund 150 Euro angeheuerten Scheinhalter, denen eine Meldebescheinigung sowie die „EVB-Nummer“ (elektronische Versicherungsbestätigung) für die Kfz-Haftpflicht in die Hand gedrückt wurde, aufgefallen, er hatte die Polizei hinzugezogen.

A. hatte für seine gekauften Strohmänner im Hintergrund alles geregelt, dies beinahe perfekt. Er besorgte gefälschte Wohnungsanmeldebestätigungen, daher die Verurteilung wegen Computerbetrugs. Er übersetzte bei den Ämtern, wenn es nötig war, oder bezahlte die Kfz-Anmeldegebühr an den Kassenautomaten.

Der Automat in Aachen wurde dem Betrüger allerdings zum Verhängnis. Denn die Fotos von seinen Einzahlungen wurden von der Polizei zu Vergleichen genutzt, sie ermittelte in der gesamten Region und stieß bei Lita Petre A. auf den Drahtzieher der Taten in Düren und Aachen. Den Schaden bezifferte die Kammer auf rund 44.000 Euro.

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