400.000 Tagesgäste bringen der Stadt Heimbach Millionen

Potenzial der Eifel ist gewaltig : 400.000 Tagesgäste bringen der Stadt Heimbach Millionen

Das Potenzial ist gewaltig, aber der Nutzen könnte erheblich größer sein. Auf diese kurze Formel lässt sich eine Bestandsaufnahme der Tourismus-Hauptstadt des Kreises Düren, Heimbach nämlich, bringen.

Seit der Eröffnung des Resort Eifeler Tor 2012 überschlagen sich die Übernachtungszahlen in der Stadt regelrecht, wenn es auch 2018 einen ganz leichten Dämpfer gegeben hat. Neben den Gästen in Hotels, Pensionen, Bungalows und auf Campingplätzen gibt es eine „Spezies“, die für den zweitgrößten Umsatz in Heimbach sorgt: Rund 400.000 Tagestouristen ließen 2017 etwa 7,5 Millionen Euro in der Stadt.

Diese Zahl ist bei einer Fachstudie ermittelt worden, die von der Sparkasse Düren beim Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (DWIF) in Auftrag gegeben wurde. „Wie können wir es schaffen, dass die Tagesgäste nicht nur 18,80 Euro, sondern demnächst 20,10 Euro hier ausgeben?“, stellte Gotthard Kirch, Geschäftsführer des Vereins Rureifel Tourismus, eine Frage mit Auftragscharakter im Fachausschuss. „Das wäre schon eine gewaltige Steigerung“, sagte Kirch. Denn darum geht es: Wie kann die finanziell klamme Kommune noch stärker von ihrem unzweifelhaft wichtigsten Standbein profitieren?

Kirch, der in den Rureifel-Kommunen (neben Heimbach sind das Nideggen, Kreuzau und Hürtgenwald) die Fachgremien regelmäßig berät, kündigte Handlungsempfehlungen an die Politik an, die sich aus der Studie ergeben und Anfang Mai vorgelegt werden. Der Verein selbst unternimmt einiges und weitet nun den Blick in Richtung der Bördelandschaft vor Zülpich. Eine 50 Kilometer lange Radstrecke führt von Heimbach durch diesen Bereich und trägt den Namen „Bördeschleife“. Ende April wird es zudem auf dem Schwammenaueler Parkplatz ein Comeback des Autokinos geben (siehe Info-Box).

Von Insolvenz zu neuer Blüte

Ansonsten steht und fällt das Tourismus-Angebot natürlich mit den Unternehmern. Waltraud und Franz Josef Heuken haben vor 20 Jahren die damals insolvente Rurseeschifffahrt übernommen und zu neuer Blüte gebracht, wie sie im Heimbacher Rathaus berichteten. Wie das gelang? „Mit Leidenschaft und Herzblut“, sagte Franz Josef Heuken im Tourismusausschuss. Außerdem habe sich eine Binsenweisheit bewahrheitet: „Wasser zieht.“ Das beweisen laut Heuken durchschnittlich 200.000 Fahrgäste jährlich auf den Schiffen, die den Ober- und Rursee befahren (zwei sind elektrobetrieben).

Die Saison der Rurseeschifffahrt startet am 13. April planmäßig, bei guter Wetterlage auch schon an den Märzwochenenden. Foto: Sandra Kinkel

Das Geschäft gibt in der Spitze bis zu 30 Beschäftigten Lohn und Brot und beschert der Stadt Heimbach nicht nur Werbung, sondern auch Besucher, die mit der Rurseebahn transportiert werden. Die kleine Bahn sei ein Beispiel, wie viele bürokratische Klippen ein Unternehmen mitunter umschiffen muss, denn es habe fast drei Jahre gedauert, bis die Genehmigungen zum Betrieb vorlagen, berichtete Heuken.

Er wünscht „jungen Leuten mit Ideen“ und natürlich auch sich im Rathaus „eine helfende Hand“, damit unternehmerische Aktivitäten Wirkung entfalten und somit auch der Stadt nutzen. In eine ähnliche Richtung zielte Georg Wergen (Heimbach-Tourismus), dessen ehrenamtlich aufgestellter Verein auf finanzielle Hilfen der Stadt hofft, um die Arbeit professioneller zu gestalten. Mit Blick auf die Übernachtungsgäste und „diese hohe Zahlen“ sollte das möglich sein, sagte Wergen.

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