Aachen/Heinsberg/Düren: 40 Mitarbeiter der Arbeitsagentur sollen versetzt werden

Aachen/Heinsberg/Düren: 40 Mitarbeiter der Arbeitsagentur sollen versetzt werden

Fünf Tage Zeit, ein Versetzungsangebot anzunehmen - oder die Kündigung riskieren: Vor diesem Dilemma stehen derzeit 24 Mitarbeiter im Arbeitsagenturbezirk Aachen.

Letzte Woche sei den Kollegen in einer Versammlung trotz starker Proteste „die Pistole auf die Brust gesetzt” worden: „Jeder hat ein Einzelgespräch und bekommt ein Angebot. Wenn er bis zum 31. Mai nicht reagiert hat, dann hat er den Anspruch verloren”, berichtet ein Betroffener, der nicht namentlich genannt werden möchte, von „geschockten” und „eingeschüchterten” Kollegen, denen angesichts des Wochenendes nicht einmal die Zeit geblieben sei, sich von einem Rechtsanwalt oder vom Personalrat beraten zu lassen.

Eine Stelle nur dort, wo eine zu besetzen ist

Hintergrund der Maßnahme ist ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 9. März dieses Jahres, das so genannte Haushaltsbefristungen von Arbeitsverträgen für unwirksam erklärt. Dem Vernehmen nach wurden durch dieses Urteil bundesweit auf einen Schlag mehr als 4000 Vertragsbefristungen der Agentur für Arbeit unwirksam. Die Mitarbeiter werden unbefristet weiterbeschäftigt - und zwar alle Betroffenen, ob sie geklagt hatten oder nicht: „Alle erhalten ein unbefristetes Beschäftigungsangebot dort, wo es eine Dauerstelle zu besetzen gibt”, sagt Klaus Jeske, Pressesprecher der Arbeitsagentur.

Zur Versammlung am vergangenen Donnerstag, so erklärt Jeske weiter, seien 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Agenturen Aachen, Düren und Mönchengladbach sowie der angeschlossenen Jobcenter eingeladen gewesen - Mitarbeiter, „denen keine Dauerstelle innerhalb der genannten Agenturbezirke angeboten werden konnte”. 24 der 40 seien aus dem Bezirk der Agentur für Arbeit Aachen, den Jobcentern der Städteregion Aachen und des Kreises Heinsberg.

Nur acht Beschäftigte, so klagen Betroffene, dürften an ihrem Arbeitsplatz bleiben. Agentursprecher Jeske bestätigt diese Zahl. Sie beziehe sich allerdings auf Dauerstellen in der Agentur Aachen. Die Besetzung dieser Stellen sei vor der Informationsveranstaltung abgeschlossen gewesen. Mitarbeiter sehen darin wohl eine Qualitätsauswahl: „Das hat die Konsequenz, dass die vermeintlich weniger Guten genötigt werden, bundesweite Angebote anzunehmen, obwohl in der Agentur Aachen und ihren Dienststellen genug Arbeit vorhanden ist.” So weit sei man noch lange nicht, erwidert Jeske, bisher habe man mit den Betroffenen über wohnortnahe Verwendung und „Einsätze im Umkreis auf freiwilliger Basis” gesprochen: „Im Wesentlichen wurden Stellen in den Bezirken der Agenturen Brühl, Köln und Bergisch Gladbach angeboten. In Einzelfällen auch im Bezirk der Agentur Düsseldorf.”

Jeske bestreitet, dass mit Kündigungen gedroht werde, und auch soziale Komponenten werde man nicht unberücksichtigt lassen, wie angeblich in der Gesprächsrunde zu vernehmen gewesen sein soll: Das sei aufgrund der großen Personalvertretung gar nicht denkbar. Fest stehe, so der Agentursprecher, dass die Mitarbeiter, deren Verträge am Jahresende auslaufen würden, weil sie „für die Zeit eines erhöhten Arbeitsaufkommens befristet eingestellt” worden seien, nun das Angebot einer unbefristeten Weiterbeschäftigung erhielten - „dort, wo entsprechende Dauerstellen vorhanden sind”.

Mehr von Aachener Zeitung