1. Lokales
  2. Düren

300 Stellen in Krankenhäusern der Region in Gefahr

300 Stellen in Krankenhäusern der Region in Gefahr

Kreis Düren. 300 Stellen sieht Franz-Josef Rehfisch in den Hospitälern des Zweckverbandes der Krankenhäuser im ehemaligen Regierungsbezirk Aachen nach dem jüngsten Tarifabschluss in Gefahr.

Der Personalbereich mache nämlich 70 Prozent aller Kosten eines Hospitals aus, erklärt der Vorsitzende des Zweckverbandes, in dem 19 Krankenhäuser mit 5000 Betten und 7000 Beschäftigten zusammengeschlossen sind.

„Die dreistufige Tariferhöhung trifft die Krankenhäuser ganz empfindlich!” Zu der Einkommensanhebung von 2,4 Prozent dieses Jahr für die Mitarbeiter kommen, so Rehfisch, nämlich noch Lohnnebenkosten wie steigende Rentenversicherungsbeiträge, Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze, kletternde Krankenkassenbeiträge sowie Sanierungsgelder für die Zusatzversorgungskassen hinzu. Alles in allem eine Kostensteigerung im Personalbereich von rund vier Prozent - oder zwölf Millionen Euro mehr. „Ohne Personalabbau sind diese Lasten nicht mehr zu tragen!”

Zudem werden, sagt Rehfisch, die Sachkosten um etwa zwei Prozent klettern, weil allein im Energiesektor die Preise bereits um 20 Prozent gestiegen seien.

Laut Rehfisch haben die Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen von 1995-2000 schon 14 721 Betten sowie 18 563 Beschäftigte „abgebaut”; dabei seien jedoch 310 000 stationäre Patienten mehr versorgt worden.

„Die Krankenhäuser in NRW haben bereits gegenüber dem Bundesdurchschnitt um rund 250 Euro niedrigere Erlöse je Fall. In unserer Region liegen die Budgets der Krankenhäuser nochmals um bis zu 15 Prozent unter dem Landesschnitt. Das heißt, dass die Hospitäler in der hiesigen Region äußerst wirtschaftlich arbeiten.”

Es dürfe nicht sein, dass die Politik seit 1992 stets mit dem Rasenmäher pauschale Notopfer per Gesetz vorschreibe - wie jetzt die Nullrunde für 2003. Im Sinne der Beitragszahler und Krankenkassen wirtschaftlich arbeitende Hospitäler würden damit zusätzlich bestraft.

Betriebsbedingte Kündigungen werde man zu vermeiden versuchen, verspricht Franz-Josef Rehfisch. Es werde keine oder bestenfalls zeitversetzte Neueinstellungen geben.

„Künftig wird also noch weniger Personal in den Krankenhäusern bereit stehen. Damit wird die jetzt schon sehr hohe Arbeitsintensität für die Beschäftigten weiter verschärft.”