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20 Sechstklässler des Kreuzauer Gymnasiums beim 24-Stunden-Wettkampf

Kreuzau/Aachen : Schüer des Kreuzauer Gymnasiums schwimmen mehr als 150 Kilometer

Zwei Tage nach dem harten Wettkampf fällt es Maik Adler und Kate Schmitz vor Muskelkater immer noch schwer, ihre Arme zu heben und zwei Zahlen an die Tafel zu schreiben: 17 und 13. So viele Kilometer haben die beiden Schüler der 6b des Kreuzauer Gymnasiums am Wochenende beim 24-Stunden-Schwimmen in Aachen zurückgelegt.

Abgesehen von der Leistung der Elfjährigen ist der sportliche Wille ihrer Klasse erwähnenswert: 20 von 31 Schülern haben quasi das gesamte Wochenende in der Aachener Osthalle verbracht — den Großteil davon im Wasser, versteht sich.

„Die längste Phase, die ich geschwommen bin, war dreieinhalb Stunden. Zwischendurch habe ich mal eine halbe Stunde Pause gemacht“, erzählt Maik Adler. Geschlafen habe er auch nachts nicht. „Um wach zu bleiben, haben wir uns die Pause unter die Dusche gestellt, Shampoo auf den Boden gespritzt und sind darauf rumgerutscht“, ergänzt der Schüler schelmisch grinsend, der erst um 7 Uhr am Sonntag im Sitzen neben seiner Lehrerin Monika Voigt kurz eingeschlafen ist.

Die 31-Jährige hatte vor drei Jahren, als der Ausdauerwettkampf nach mehr als 20 Jahren Pause wiederbelebt worden ist, noch privat für die DLRG in der Aachener Schwimmhalle ihr Wochenende verbracht. Sie hat ihre Klasse zum zweiten Mal für die sportliche Herausforderung motiviert — schwierig war das jedoch nicht. „Wir haben im vergangenen Jahr festgestellt, dass in der Klasse Schwimmen als Hobby genauso beliebt ist wie Fußball“, erzählt Voigt. Lehrer und Schüler haben wie im Vorjahr eine Sammelumkleide mit Isomatten, Matratzen und Kissen in einen Schlaf- und Aufenthaltsraum verwandelt. Alle Schüler sind auch über Nacht geblieben, Kate Schmitz zum Beispiel hat etwa vier Stunden innerhalb der 24 Stunden die Augen zugemacht.

340 Bahnen

„Zehn Kilometer waren mein Ziel, vergangenes Jahr habe ich 8,5 geschafft“, erzählt die Schwimmerin vom Dürener Turnverein, die ihr Ziel um drei Kilometer übertroffen hat. Ihr Mitschüler Maik, der im Vorjahr wegen Lungenproblemen passen musste, hat mit seinen 17 Kilometern — das sind 340 Bahnen — nicht gerechnet. „Nach 16950 Metern habe ich gedacht, ich schiebe tonnenweise Betonplatten vor mir her, so weh tat mir alles“, erzählt der Schwimmer des SC Kreuzau, der in der Jugend-Klasse aller Teilnehmer den zweiten Platz belegt hat. Kate Schmitz stieg auf Platz vier liegend vorzeitig aus — die Erschöpfung hatte dann doch den Ehrgeiz besiegt.

Die Schüler der 6b haben zusammen mehr als 150 Kilometer geschafft, nachdem es im Vorjahr 100 waren. Mit den Strecken der Lehrer Monika Voigt (8,1) und Theresa Bukenberger (6,5) kamen die Vertreter des Kreuzauer Gymnasiums auf knapp unter 170 Kilometer. Als Gruppe lag die 6b zwischenzeitlich auf Platz drei, wurde in der Nacht dann aber noch von den „Profis“ eines DLRG-Teams überholt.

Monika Voigts persönlicher Rekord liegt übrigens bei 15,1 Kilometern in 24 Stunden. Maik Adler hat sie nun mit seiner Leistung angestachelt: „Es kann ja nicht sein, dass meine Schüler mehr schaffen als ich“, scherzt die Lehrerin.