Düren: 2:3 gegen Bühl: Evivo fehlt noch die Erfahrung

Düren: 2:3 gegen Bühl: Evivo fehlt noch die Erfahrung

Am Ende überwog bei Evivos Volleyballern die Enttäuschung, ein Spiel auf Augenhöhe gegen den TV Bühl mit 2:3 (25:20, 12:25, 20:25, 25:22, 11:15) verloren zu haben. „Wir können nicht den ersten Satz gewinnen und dann zwei Sätze so abschenken“, fasste das der starke Außenangreifer Aljosa „Josch“ Urnaut zusammen. Dabei konnten die Dürener durchaus stolz darauf sein, nach den beiden verlorenen Sätzen wieder zurückgekommen zu sein.

1800 Zuschauer in der Arena Kreis Düren sahen eine zu Beginn spielstarke Heimmannschaft, die sich kaum einen Fehler erlaubte und die Chancen im Angriff konsequent nutzte. Bühl schien noch nicht ganz im Rhythmus zu sein, der Aufbau wirkte wie Stückwerk. Das änderte sich aber schlagartig, als die Gäste im zweiten Satz Dürens bisher so sattelfeste Annahme mit starken Aufschlägen sezierten.

Über 2:8, 3:13 und 9:22 nahm das Unheil seinen Lauf. „Das kann passieren“, nahm Mücke sein junges Team in Schutz. „Wir haben nachgelassen, den Bühlern Raum gegeben — und den haben sie genutzt.“ Auch im dritten Satz dominierten die Gäste, die sehr davon profitieren, dass Zuspieler Axel Jacobsen nach einem kurzen Italien-Abenteuer zurückgekehrt ist. „Er macht den Unterschied aus“, lobte Bühls Trainer Ruben Wolochin seinen Spielmacher. Schon im Training sei das Team konzentrierter und williger, seit Jacobsen wieder dabei ist. „Wir hatten bisher Mühe, an den Satzenden den Sack zuzumachen. Das wird sich nun ändern.“

In Düren zumindest klappte das im vierten Satz noch nicht! Evivo hatte sich wieder in die Partie zurückgebissen. Peter Lyck Hansen war zwischenzeitlich für Sebastian Gevert gekommen, auf den sich der Bühler Block sehr gut eingestellt hatte. Die Führung wechselte ständig. Brühl schien wieder die Oberhand zu gewinnen, lag 14:12 vorne. Düren konterte aber und ließ Bühl nicht mehr vorbeiziehen. Der Tiebreak musste die Entscheidung bringen!

Ab dem 2:2 lief Düren ständig einem Rückstand hinterher. Aufschläge landeten im Netz, zum ersten und einzigen Mal während der Spiels kam es zu einem Missverständnis zwischen Zuspieler Tomas Kocian und Mittelangreifer Jaromir Zachrich — wieder ein Geschenk für Bühl. „Da fehlte uns einfach die Erfahrung“, sah auch Mücke jetzt die Vorteile auf der anderen Netzseite. Kocian, der zuvor so unbeschwert die Bälle verteilt hatte, dachte jetzt womöglich „zu viel nach“ und stellte seine Angreifer oft vor den Bühler Doppelblock. Merten Krüger kam für ihn, die Wende konnte aber auch er nicht einleiten.

„Das ist auch ein Stück Glück. An einem anderen Tag geht es anders aus“, resümierte Davic Meder, der auf der Mitte den erkrankten Georg Klein gut vertrat und von Bühls Trainer zum „Wertvollsten Spieler“ bestimmt wurde. „Ich bin mit mir persönlich zufrieden. Aber am Ende überwiegt dann doch die Enttäuschung über das Ergebnis“, konnte auch er dem Abend nur bedingt etwas Positives abgewinnen. Dürens Fans sahen das durchaus anders. Sie verabschiedeten das Team mit viel Applaus und werden es auch am Mittwoch ab 19.30 Uhr wieder anfeuern: im Pokal-Viertelfinale gegen den VfB Friedrichshafen.

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