Düren: 1800 Euro Strafe für den Biss bei einer Zwangsräumung

Düren: 1800 Euro Strafe für den Biss bei einer Zwangsräumung

Das Amtsgericht hat einen Dürener zu einem Schmerzensgeld von 1800 Euro verurteilt, der einem Mitarbeiter des Ordnungsamtes bei seiner Zwangsräumung im Dezember 2016 derart in den linken Unterarm gebissen hatte, dass eine offene Wunde entstand, die bis heute behandelt werden muss.

Der Mitarbeiter hat damit zu kämpfen, dass die Haut auf einer Länge von drei Zentimetern abgestorben ist. Auch die Zahnabdrücke sind immer noch sichtbar. „Das Urteil zeigt, dass strafbares, respektloses Verhalten gegenüber städtischen Bediensteten auch von unserer Rechtsordnung nicht hingenommen werden kann“, betont Rechtsanwalt Axel Steiger.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der zwangsgeräumte Dürener für den Biss und seine Folgen verantwortlich war. Seine Aussage, er sei vorher von einem Beamten mit einem Schlagring direkt ins Auge geschlagen worden, sei offensichtlich frei erfunden, heißt es in der Urteilsbegründung. Das Gericht sprach von einer vorsätzlichen Tat ohne jeden nachvollziehbaren Grund.

Die Höhe des Schmerzensgeldes, der Anwalt des Klägers hatte mindestens 1500 Euro gefordert, begründete das Gericht auch mit der Angst, durch den Biss mit lebensgefährlichen Viren infiziert worden zu sein. Der städtische Mitarbeiter sei zudem bei der Erfüllung seiner im Interesse der Allgemeinheit stehenden Pflicht angegriffen worden.

Nicht zuletzt habe es der Angeklagte noch in der Verhandlung abgelehnt, sich für den Biss zu entschuldigen.

(ja)
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