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Einsätze im Kreis Düren: 180 Schneeunfälle im Kreis Düren – mit hoher Dunkelziffer

Einsätze im Kreis Düren : 180 Schneeunfälle im Kreis Düren – mit hoher Dunkelziffer

Am frühen Samstagmorgen zieht die Polizei Bilanz eines außergewöhnlichen Wintertages. Der Busbetrieb läuft wieder mit Einschränkungen – und Sonntag kann es wieder schneien.

Polartief Ingo hat dem Kreis Düren und der Region starken Schneefall gebracht – mit zehn Zentimetern rund um Jülich und 20 bis 25 Zentimetern in den Höhenlagen der Eifel von Vossenack bis ins Hohe Venn.

Während die Kinder am Freitag an den beliebten Rodelhängen schon ihre Schlitten, Bobs und Rutschäpfel auspackten, hatte die Polizei mit einem außergewöhnlichen und rekordverdächtigen Einsatzaufkommen wegen der vielen Unfälle zu tun. Der Linienverkehr wurde erst am Abend wieder aufgenommen.

Für kurze Strecken brauchten die Menschen im Kreis Düren am Freitagnachmittag oftmals Stunden, wie aus vielen Einträgen in digitalen Netzwerken hervorgeht.

Am frühen Samstagmorgen zieht die Polizei in Düren eine Bilanz: Knapp 180 Verkehrsunfälle, gut 1000 Telefonate, 70 gemeldete Gefahrenstellen und ungezählt viele Verkehrsbehinderungen durch quer stehende oder neben der Fahrbahn liegen gebliebene Fahrzeuge seien nur die statistischen Nachweise einer zum Teil chaotischen Verkehrslage, die dem Kreis Düren insbesondere für die Zeit des Schneefalls ab etwa 12 Uhr zu attestieren sei, heißt es am Samstagmorgen. In der Summe schlagen knapp 300 witterungsbedingte Einsätze bei der Polizei zu Buche.

Kaum Verletzte, hoher Schaden

Dieser Sattelzug hatte sich bei Rölsdorf festgefahren.
Dieser Sattelzug hatte sich bei Rölsdorf festgefahren. Foto: Polizei Düren

„Glücklicherweise wurden bei den Unfällen keine Menschen schwer verletzt“, teilt die Polizei mit. Nach polizeilichen Informationen haben sechs Fahrzeuginsassen jeweils nur leichtere Verletzungen erlitten. Jedoch dürfte der insgesamt entstandene Sachschaden nach ersten Schätzungen der Behörde deutlich mehr als 200.000 Euro betragen.

Um das immense Einsatzaufkommen und die damit verbundenen Wartezeiten für die Betroffenen überhaupt abarbeiten zu können, waren Kräfte des Frühdienstes länger im Dienst verblieben. Die Polizei geht davon aus, dass ihr längst nicht alle Unfälle gemeldet wurden, sondern dass die Beteiligten selbst ihre Personalien austauschten, um die langen Wartezeiten zu vermeiden.

Straßenzüge nicht befahrbar

In allen Gemeindegebieten waren ganze Straßenzüge tempörar nicht mehr befahrbar, weil Kraftfahrzeuge sich gedreht hatten, halbseitig in Böschungen gelandet oder mit anderen Fahrzeugen verkeilt waren. Besonders prekär war die Lage laut Polizei für die Verkehrsteilnehmer im Südkreis auf allen Straßen mit Gefäll- oder Steigungspassagen. Einige Lkw-Fahrer hatten sich neben den Straßen festgefahren und mussten Stunden auf geeignete Abschlepphilfen warten, die überhaupt in der Lage waren, die Schwerlastfahrzeuge wieder auf die Straße zu setzen. Selbst für bestens bereifte Hilfsdienste gab es nicht überall ein Fortkommen.

Neben der Polizei hatten auch Streu-, Räum-, Rettungs- und Abschleppdienste einen höchst intensiven Arbeitstag. Die Situation auf den Straßen entspannte sich laut Polizei am Abend, als der Schneefall aufgehört hatte.

Das die Witterung winterlich bleibt, bittet die Polizei um äußerste Vorsicht und maximale Rücksichtnahme gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern: „Tempo erheblich reduzieren; Abstand und Geduld drastisch erhöhen und nur dann fahren, wenn man zwingend irgendwo hin muss. Zweiräder gehören vernünftigerweise nicht auf von Schnee und Eis bedeckte Straßen“, hält die Leitstelle fest.

Linienverkehr weiter eingeschränkt

Die Rurtalbus GmbH hat am Freitagabend den Linienbetrieb wieder aufgenommen, allerdings kommt es auch am Samstag noch zu Einschränkungen im Bereich der Rureifel. Im gesamten Gebiet sei mit Verspätungen zu rechnen. Aktuelle Infos dazu gibt es auf www.rurtalbus.de. Laut www.rurtalbahn.de liegen im Bahnverkehr der Rurtalbahn aktuell keine Einschränkungen mehr vor.

Samstag ruhig, Sonntag wieder Schnee

Für heute rechnet der Hürtgenwalder Wetterexperte Andy Holz mit ruhigerem Wetter: Der Tag beginnt laut www.huertgenwaldwetter.de mit Nebel, Eisnebel oder Hochnebel. Tagsüber gibt es ein paar Lücken mit was Sonne. „Es bleibt bei schwachem nördlichen Wind trocken“, hält Holz fest. Für die Rureifel und das Hohe Venn sagt er längeres Grau bei minus drei bis vier Grad vor, in den etwas tieferen Lagen werden die Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt liegen. In Düren, Köln, Heinsberg und Jülich generell um null Grad. Wenn die Sonne rauskommt, kann es auch um die drei Grad werden. Der Sonntag soll ruhig, teils mit Sonne starten, später können aus Osten neue Schneefälle hereinziehen. Bis Mitte kommender Wocher werden für die Eifel Minusgerade vorausgesagt, so dass der Schnee erstmal liegen bleibt.

(smb)