Düren: 150 Plakate, eine Forderung: B56n sofort!

Düren: 150 Plakate, eine Forderung: B56n sofort!

Von der Arnoldsweiler Brücke bis zur Feuerwehr-Hauptwache an der Brüsseler Straße kann man es an fast jedem Laternenpfahl auf leuchtend schwarz-gelben Schildern lesen.

„Düren fordert die B56n, sofort”, „40 Jahre Diskussion reichen”, „Nicht mehr reden, B56n bauen” und „Entlastung durch B56n für Düren”, steht dort. Wer die 150 Schilder noch übersieht, wird spätestens an der Bahnbrücke mit aller Deutlichkeit auf eines der derzeit meist diskutierten Themen in der Kreisstadt hingewiesen.

Die gleichen Schriftzüge auf großen Bannern unterstreichen die Forderungen nach der Umgehungsstraße, die Euskirchener Straße und Schoellerstraße endlich entlasten soll. Unternehmer Eberhard Hess und CDU-Mittelstandschef Rolf Delougne stellten die Aktion, deren Initiatoren sie sind, am Montag vor und betonten, dass mit ihrer Initiative nicht die Wünsche einiger weniger Dürener artikuliert werden.

„Quer durch die Parteien besteht in Düren ein klarer Konsens, dass die Belastung von 25.000 Fahrzeugen pro Tag, die von Stockheim kommend den langen Weg durch Düren zur A4 und umgekehrt nehmen, nicht mehr tragbar ist”, betonte Eberhard Hess. Der Rat der Stadt habe Landes- und Bundesregierung aufgefordert, die Mittel zum Bau der Umgehungsstraße zur Verfügung zu stellen, die Bundestagsabgeordneten hätten signalisiert, an einem Strang ziehen zu wollen.

Und auch Industrie, Handel und Mittelstand in der Stadt unterstützten das Begehren mit ihrer Stimme und mit finanziellen Mitteln, ergänzte Delhougne.

Doch Hess und Delhougne wollen es dabei nicht belassen. Sie sind bereits mit dem Büro von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer in Kontakt und wollen einen Gesprächstermin mit ihm vereinbaren. „Uns ist die Sache so wichtig, dass wir Herrn Ramsauer auch nachreisen, wenn sich ein Termin außerhalb Berlins anbietet.” Ramsauers NRW-Amtskollege Harry K. Voigtsberger hat derweil schon Unterstützung signalisiert.

Doch Eberhard Hess ist solchen Aussagen gegenüber skeptisch. Immerhin kämpft er seit 40 Jahren für den Straßenneubau und hat in dieser Zeit schon so manche Zusage erhalten, die sich später als nichtig erwies. Schon 1984 hat er eine Initiative mitgegründet, die damals 8500 Unterschriften für den Bau der Ostumgehung sammelte.

Diese Listen wurden damals Ramsauers Amtsvorgänger übergeben. „Seitdem wird ständig vermessen, geplant, diskutiert, verworfen und neu begonnen”, moniert Hess. „Ich möchte gern einmal wissen, was diese 40 Jahre oft nutzloser Planungen bis heute gekostet haben. Ich vermute, von dem Geld könnten schon zwei Kilometer der Straße gebaut werden.”

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