Nörvenich: 14 Orte in Nörvenich surfen ab sofort auf der Datenautobahn

Nörvenich: 14 Orte in Nörvenich surfen ab sofort auf der Datenautobahn

Der neidische Blick Richtung Binsfeld, Rommelsheim und Frauwüllesheim gehört für die Einwohner der übrigen elf Orte der Gemeinde Nörvenich der Vergangenheit an. Ab sofort können nicht nur die Bürger in den Dörfern mit Dürener Ortsnetzvorwahl, in denen die Telekom das Netz schon vor Jahren ausgebaut hat, sondern alle 11.000 Einwohner mit Hochgeschwindigkeit im Internet surfen.

„Das ist ein ganz großer Moment für unsere Gemeinde, auf den wir lange gewartet haben“, betont Bürgermeister Dr. Timo Czech (CDU), der das neue Glasfasernetz am Donnerstag mit dem Geschäftsführer von Soco Network, Stephan Fuß, in Betrieb nahm.

Der Netzwerkbetreiber aus Düren hat in den vergangenen acht Monaten eine Million Euro investiert und mehr als 35 Kilometer Glasfaserkabel bis an alle Verteilerkästen im Gemeindegebiet verlegt. Damit muss das Internetsignal nur noch die letzten Meter über das Kupferkabel der Telekom fließen, so dass „im Durchschnitt in allen Haushalten 64 Mbit ankommen“, erklärt Stephan Fuß. Für die meisten Nörvenicher, auch für Bürgermeister Czech, ist das ein Quantensprung, mussten sie sich doch bislang mit wenigen Mbit begnügen. Voraussetzung: Sie müssen einen Vertrag mit Soco abschließen, mit anderen Anbietern bleibt es bei Schrittgeschwindigkeit auf der Datenautobahn.

Ausbau des Glasfasernetzes

Soco Network hat im gesamten Gemeindegebiet sogenannte Multirohre verlegt, die bei Bedarf einen schnellen Ausbau des Glasfasernetzes ermöglichen, erklärt Fuß. Auch Glasfaserhausanschlüsse, mit denen Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit möglich sind, werden angeboten, aber bislang nur von etwa zehn Prozent der Bauherren in Neubaugebieten oder von Straßenbauarbeiten betroffenen Bereichen nachgefragt.

Czech ist jedoch überzeugt, dass sich das ändern wird. Deshalb legt die Gemeinde bei künftigen Baumaßnahmen von Straßen großen Wert darauf, dass Lehrrohre verlegt werden, und dass allen Bauherren direkt ein Angebot für einen Hausanschluss gemacht wird. Den werde man nie mehr so günstig realisieren können wie in der Bauphase oder bei der Erneuerung einer Straße. Die Gemeinde wird noch 2018 ihre beiden Grundschulen ans Glasfasernetz anschließen. „Hervorragende Lernbedingungen sind mir sehr wichtig“, betont Czech. Noch nicht angeschlossen ist der Gewerbepark Nörvenich. Dort sei bislang kein Anbieter bereit, auf eigene Rechnung ohne Fördergelder zu investieren, berichtet Czech. Er versichert aber, intensiv an einer Lösung zu arbeiten.

Mit der Investition in Nörvenich ist der Netzwerkbetreiber Soco in zehn der 15 Kreiskommunen vertreten, Vettweiß und Kreuzau würden in Kürze folgen, betont Fuß. Einzig in den drei Eifelkommunen sei man nicht aktiv. Aktuell zählt Soco rund 7000 Kunden im Kreis Düren.

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