Mariawald: 14 Kapellen erhalten ihr strahlendes Weiß zurück

Mariawald: 14 Kapellen erhalten ihr strahlendes Weiß zurück

Nach Zuschüssen vom Staat haben Bertram Cremer aus Heimbach und Gabriel Marx aus Hasenfeld erst gar nicht lange gefragt. Stattdessen haben der Hausmeister der Abtei Mariawald und der ehrenamtliche Helfer der Mönche auf dem Kermeter einfach kräftig in die Hände gespuckt und losgelegt.

Gemeinsam haben die beiden Handwerker den Kreuzwegkapellen von der ersten in einer Biegung der Mariawalder Straße unweit des Ortskerns ausgehend in Richtung auf die Abtei wieder zu einem ansehnlichen Aussehen verholfen - für Gottes Lohn.

„Das war alles grün vor Moos”, begründet der gelernte Anstreicher Marx die Notwendigkeit des Projekts. Denn die Kapellen, die mit ihren 14 Stationen die frommen Pilger an das Leiden und Sterben Christi erinnern, sind Wind und Wetter ausgesetzt. Das sehen ihnen nicht nur Wallfahrer an. Das hat das Duo zu seiner Tat angespornt - nebst der Tatsache, dass die Mauer schon deshalb im Fokus steht, weil in Heimbach unlängst die Oktav zum Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes eröffnet worden ist.

Mancher, der in der Salvatorkirche der Madonna die Ehre erweist, betet anschließend oder vorher den Kreuzweg. Dass zu jener hohen Zeit auch die Stationskapellen mit ihren in schlichtem Schwarz und Weiß gehaltenen biblischen Szenen mit allem gebührenden Glanz zeigen. Übrigens haben Cremer und Marx bei ihrer Arbeit entlang des steilen Pfades nicht nur die schönen Seiten der volkstümlich-einprägsamen religiösen Kunst kennen gelernt - auch die Unarten der Fußpilger stachen ihnen bisweilen sehr unangenehm ins Auge. So deutet Gabriel Marx mit dem Finger ins Innere einer Kapelle, die eher so etwas wie ein großer Bildstock ist, und sagt: „Da lag alles voll von Prozessionskerzen. Die haben Wallfahrer wohl abbrennen lassen und dann einfach durch das Gitter gedrückt.”

Davon, und von den Schäden, die das bisweilen raue Eifelwetter den Kapellen zugefügt hat, ist jetzt schon nichts mehr zu sehen - dank des Engagements von Bertram Cremer und Gabriel Marx. Die Mönche in ihrem zur Sommerzeit von Touristen gerne besuchten Kloster werden es ihnen sicherlich danken.