1200 Dürener beteiligen sich an der Umweltaktion "Frühjahrsputz"

„Frühjahrsputz“ : Fleißige Helfer sammeln 5,5 Tonnen Müll

„Wenn man in den Wald geht, kann man sich keine 20 Meter bewegen, ohne etwas zu finden, was da nicht hingehört“, berichtet Michael Wullenkord enttäuscht. Doch er ist nicht der einzige bei der Aktion „Frühjahrsputz“, den die zunehmende Verschmutzung stört.

Die Umweltbelastung ist inzwischen soweit gestiegen, dass UN-Umweltexperten davon ausgehen, dass bei einer gleichbleibenden Verschmutzung im Jahr 2050 der Punkt erreicht sein wird, an dem mehr Plastik als Fische in den Meeren zu finden sein wird. Nun haben sich etwa 1200 Bürger in und rund um Düren dazu entschlossen, diesem Problem aktiv zu begegnen  – beim „Frühjahrsputz“.

Dieser wurde erstmals vor 20 Jahren ins Leben gerufen und wurde auch am Wochenende vom Dürener Service Betrieb (DSB) organisiert.Unter dem Motto „Clean is cool“ meldeten sich über 50 Einzelinitiativen und organisierten mit Hilfe des DSB eine Aufräumaktion in ihrem Gebiet. Die meisten Teilnehmer waren am Samstag aktiv, jedoch sind unter diesen auch einige Kindergärten und Schulen, die in den Wochen davor und danach fleißig auf den Straßen und Plätzen Dürens Müll einsammeln.

Unter den Einzelinitiativen sind auch Parteien und verschiedene Spaziergruppen, die sich an dem Projekt beteiligen. Neben diesen gibt es jedoch auch Privatinitiativen, wie ein Ehepaar aus Düren, das beim DSB anrief und mitmachen wollte. So säuberten die beiden Eheleute gemeinsam den Weg, auf dem sie häufig spazieren. Zu den privaten Helfern zählt auch Michael Wullenkord und seine Nachbarschaft. Gemeinsam mit dem Verein „Heimathafen Badesee“ gingen sie rund um den Badesee sauf Müllsuche und sorgten dort für Ordnung.

Am Dürener Badesee machte sich eine große Gruppe auf den Weg, Müll aus der Natur zu holen. Foto: ZVA/Markus Voth

Auch in der Innenstadt wurde fleißig gesammelt. Die Schülerin Edanur Özel ist der Beweis dafür, dass sich auch junge Menschen aktiv für eine Verbesserung einsetzen. Sie ist im Moment in der 10. Klasse und erfuhr über das Projekt „Friday for Future“ zufällig von dem „Frühjahrsputz“. Edanur überlegte nicht lange, recherchierte im Internet zu dem Projekt und kontaktierte kurz darauf den DSB. Nachdem sie ihre Idee der Schulleitung des Rurtal-Gymnasiums präsentiert hatte, unterstütze die stellvertretende Schulleiterin Birgitta Ilberts die Organisation. Etwa 15 Schüler im Alter zwischen 10 und 17 Jahren konnte sie gewinnen, an einem Samstagvormittag einen weiteren Teil zur Sauberkeit Dürens beizutragen. „Ich finde, es geht schnell, etwas hinzuwerfen, und wir haben heute gelernt, dass es viel länger dauert, alles wieder aufzusammeln.“, fasst Edanur die Arbeit der Schüler zusammen. Ihr Ziel ist es, mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. „Ich hoffe wir können andere Schulen auch dazu motivieren“, wünscht sie sich abschließend.

Ziel des Projekts war es mitunter, den Menschen andere Möglichkeiten als das achtlose Wegwerfen von Müll auf den Boden aufzuzeigen. Der DSB bietet im Wertstoff-Center an der Paradiesstraße 17 viele günstige und gute Entsorgungsmöglichkeiten für alle. Einige Angebote sind sogar kostenlos. In der Woche hat man die Möglichkeit, dort bis 17.30 Uhr und samstags bis 15 Uhr seinen Müll zu entsorgen.

Auch Schüler des Rurtal-Gymnasiums krempelten die Ärmel hoch, um Unrat zu sammeln. Foto: ZVA/Markus Voth

„Wir hoffen, dass wir die Verursacher wenigsten ein bisschen auf ihr Fehlverhalten aufmerksam gemacht haben“, fasste Nicole Jäger das Ziel des DSB zusammen. Sie koordinierte die einzelnen Initiativen. Viele von den Teilnehmern des „Frühjahrsputzes“ haben kein Verständnis für das rücksichtslose Verhalten von Umweltverschmutzern. Teilweise wurden unter den Helfern auch Forderungen nach mehr Engagement gegen solche Personen hörbar. Verbesserungen können laut diesen zum Beispiel in Form von Kontrollen oder Erhöhungen von Strafmaßnahmen gegen ebensolche Verschmutzer erreicht werden.  Auch wurde ein Bußgeld in Höhe von zehn bis 20 Euro bei kleineren Verschmutzungen als zu wenig abschreckend empfunden.

Gingen mit ihren Kindern ebenfalls am Badesee auf Müllsuche: (v.l.) Lilly Stieben, Dorin Stoffels und Alexander Görzen. Foto: ZVA/Markus Voth

Insgesamt werden die diesjährig gesammelten Abfälle im Kreis Düren auf etwa 5,5 Tonnen geschätzt, was damit über den Ergebnissen in den vergangenen Jahren liegt. Dies konnte dank vieler engagierter Helfer erreicht werden, die aktiv einen Teil zu dem Schutz der Umwelt beitragen.