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Tor in der 81. Minute: Der 1. FC Düren klettert mit zehn Punkten auf Platz zwei

Tor in der 81. Minute : Der 1. FC Düren klettert mit zehn Punkten auf Platz zwei

Regionalliga-Aufsteiger FCD siegt auch beim SV Straelen mit 1:0. Finn Stromberg erzielt das Siegtor in der 81. Minute nach einer Vorlage von Mike Owusu.

Zehn Punkte nach vier Spielen, selbst der größte Optimist hätte sich so einen Einstand in die neue Liga nicht träumen lassen. Der 1. FC Düren baut seine Erfolgsserie auch beim SV Straelen aus. Erneut war es ein spätes Tor zum 1:0 (0:0), das dem Aufsteiger am vierten Spieltag der Fußball-Regionalliga vor nur 300 Zuschauern bereits den dritten Sieg bescherte. Torschütze: Finn Stromberg (81.), der vor Wochenfrist gegen Borussia Mönchengladbach II die Vorlage geliefert hatte. Diesmal wurde er selbst von Mike Owusu bedient.

Mit nun zehn Zählern kletterten die Dürener hinter dem punktgleichen Mitaufsteiger 1. FC Kaan-Marienborn erst einmal auf Rang zwei – vor Top-Favorit Preußen Münster (9), der allerdings spielfrei war, da seine Partie auf dem Aachener Tivoli frühzeitig auf Ende September verschoben worden war.

Zu Recht hatte Giuseppe Brunetto sich nicht vom Tabellenstand und dem bis dato – und nun weiterhin – leeren Konto von Straelen blenden lassen, den Auftritt der Gastgeber-Mannschaft gut eingeschätzt. „Man merkt schon die Handschrift des neuen Trainers Sunday Oliseh, der lässt seine Mannschaft Fußball spielen“, hatte der Coach des FCD vorausgesagt. Und genauso kam es. Die Gastgeber nahmen mit Anpfiff das Heft in die Hand, vor allem der agile Jaron Vicario ließ die Dürener Defensive arbeiten. Doch auch Düren hatte Möglichkeiten, wie nach einem von Markus Wipperfürth (6.) erzwungenen Freistoß, einem Distanzschuss von Adam Matuschyk (14.) und einer Vorlage von Wipperfürth, die Mike Owusu (16.) über das gegnerische Gehäuse schoss.

„Es war klar, dass Straelen gerade zu Hause von Beginn an drängen würde. In den ersten 15, 20 Minuten hatten wir etwas Probleme, haben auch noch nicht so ganz in unsere Ordnung gefunden“, bemängelte Brunetto, wohl wissend, dass die fortschreitende Spieldauer seiner Mannschaft in die Karten spielen würde. „Straelen hat eine junge, weitgehend neu formierte Mannschaft, während unsere Jungs größtenteils länger zusammen und erfahrener sind und die Abläufe genau kennen.“ Und so kam es auch, Stück für Stück bestimmten die Dürener die Partie mehr, mussten beim schnellen Umschaltspiel der Gastgeber aber immer auf der Hut sein.

Die erste große Chance hatte Marc Brasnic, der sich durchgesetzt hatte, auf Wipperfürth spielte, dessen Schuss aber abgeblockt wurde. Und im Nachschuss setzte Brasnic (21.) den Ball über die Latte. Apropos Wipperfürth: Der Spieler mit der Nummer 30 auf dem Rücken war richtig gut im Spiel, war an vielen Aktionen beteiligt, die meisten guten Angriffe rollten über seine linke Seite, von ihm angetrieben, und teilweise begnügte der 26-Jährige sich nicht nur mit Vorlagen, sondern spielte selbst sehenswert bis zum Straelener Gehäuse. Die Chancen für den Aufsteiger häuften sich, doch im Abschluss fehlte zu oft die letzte Präzision. „Und Konzentration“, wie Brunetto bemängelte.

Glück hatte Düren, als ein Freistoß von Komlan Manasse Fionouke (28.) an Freund und Feind vorbeirutschte. Auf der Gegenseite scheiterte Brasnic (37.) zuerst am Straelener Keeper Julius Paris und kam dann nicht ganz an eine gute Hereingabe von Wipperfürth (42.). Straelens Keeper rettet vor Hamza Salman (42.), der nach einer Kombination von Owusu über Brasnic und Omerbasic freistehend vor dem Straelener Gehäuse aufgetaucht war. Nach einer Ecke von Brasnic setzte FCD-Kapitän Mario Weber (45.) den Ball knapp per Kopf über die Latte.

„Ich denke, unter dem Strich hatten wir mehr und die klareren Chancen in der ersten Hälfte“, war Brunetto mit dem Auftritt seiner Mannschaft in der brütenden Sonne bei 32 Grad am Niederrhein nicht unzufrieden. Mit 0:0 ging es in die Pause. „Wir haben gesagt, dass wir das Tempo noch einmal erhöhen wollen“, berichtete Brunetto von der Kabinenansprache.

Und auf dem Platz spürte man das sofort: Düren hatte nun ein deutliches Plus an Ballbesitz, die Chancen nahmen zu und wurden zwingender, Straelen wurde zunehmend in die eigene Hälfte gedrängt und konnte nur mit schnellen Kontern für etwas Entlastung sorgen. Doch dann wurde es gefährlich, denn die Dürener standen recht hoch. „Wir wollten den Gegner hoch anlaufen, aber wir wissen natürlich, dass wir mit unserer Spielweise auch Chancen für den Gegner eröffnen“, wusste auch Brunetto.

Mike Owusu (46.) eröffnete den Reigen der Möglichkeiten, doch er bekam nicht genug Druck auf den Ball. Mit einer zweifachen Chance scheiterte Brasnic (47.) am gegnerischen Keeper, während auf der Gegenseite Dürens Schlussmann Jannik Theißen zuerst parierte und auch den Nachschuss von Vicario (48.) abwehrte. Auf der Gegenseite stellt der Ex-Alemanne Jannik Stevens gegen den durchgebrochenen Adam Matuschyk (51.) im letzten Moment noch den Körper rein, Brasnics Nachschuss ging vorbei. Dann tankte sich Wipperfürth (52.) gleich durch die gesamte Straelener Abwehr, wurde aber in letzter Sekunde geblockt, der Nachschuss von Omerbasic ging übers Gehäuse. Und Dennis Brock (52.) scheiterte in freier Schussposition am gegnerischen Keeper, in dessen Armen auch kurz darauf ein Kopfball von Jannis Becker (54.) nach einer Ecke landete. Die Partie hatte nun richtig Fahrt aufgenommen – und Straelen war gewarnt.

Die Angriffe der Dürener wurden energischer, doch immer wieder mussten sie auch alle nach hinten eilen, wie bei einem schnellen Konter wie des auffälligen Vicario (58.), dessen Schuss aus spitzem Winkel knapp vorbeiging. Schnell kann Owusu aber auch: Über links war er durchgebrochen, doch im Strafraum wurde er durch ein Foul gebremst – der Pfiff blieb allerdings aus. „Das war von unserer Seite klar zu sehen, der Gegenspieler hat ihn von hinten in die Hacken getreten“, ärgerte sich Brunetto, denn es war schon der zweite klare Elfmeter für Owusu, der in dieser Saison nicht gegeben wurde. Auch im Bocholt-Spiel hatte der Unparteiische gegen den FCD-Angreifer entschieden.

„Eigentlich weiß ich gar nicht, wie die Szene genau zustande kam, der Ball kam, ich habe nur Finn gesehen und gedacht, dass der den Ball verwerten kann“, kommentierte Owusu hinterher lachend. Matuschyk hatte den Ball im Mittelfeld seinem Gegenspieler den Ball abgezockt vom Fuß gespitzelt, auf Owusu geflankt, der wiederum den wie schon gegen Gladbach II eingewechselten Stromberg in Szene setzte – und aus der Drehung schoss der 20-Jährige den Ball mit rechts in die Maschen. „Als ich sah, dass der Ball zu Mike kam, habe ich mich in der Mitte positioniert, gehofft, dass er mich sieht und ihn dann einfach reingemacht“, kommentierte Stromberg cool, aber über das gesamte Gesicht strahlend seinen Siegtreffer in der 81. Minute. So einfach kann Fußball manchmal sein.