Zwölf Zeichnungen aus dem Nachlass von Janet Brooks Gerloff aufgekauft

Trotz Schließung wird weiter gearbeitet : Ein „Glücksfall“ für das Suermondt-Ludwig-Museum

„Gerade Zeichnungen und Drucke sprechen ein junges Publikum an“, sagt Dr. Dagmar Preising, Kustodin der Graphischen Sammlung im Suermondt-Ludwig-Museum. Und die jetzt erstandenen zwölf großformatigen Zeichnungen aus dem Nachlass der deutsch-amerikanischen Künstlerin Janet Brooks Gerloff (1947-2008) sind ihrer Meinung nach ein „Glücksfall, der das künstlerische Spektrum des Kupferstichkabinetts im Suermondt-Ludwig positiv erweitert“.

Die 2008 verstorbene amerikanische Malerin kam der Liebe wegen nach Deutschland und ließ sich in Kornelimünster nieder. Neben einer Vielzahl von Zeichnungen sowie Portraits großer Persönlichkeiten hat sie auch großformatige Altarbilder gemalt und religiöse Motive in Szene gesetzt.

„Ich habe Janet Brooks Gerloff persönlich gekannt“, sagt Preising und freut sich, dass das künstlerische Wirken der Malerin mit der kleinen Auswahl an Zeichnungen nun dauerhaft im Suermondt-Ludwig-Museum präsent sein wird. Möglich wurde das Dank des Museumsvereins und der Unterstützung der Heinz-Heinrich-Gedächtnis-Stiftung, die die Gelder für den Ankauf der Zeichnungen zur Verfügung gestellt hat. Und nicht zuletzt auch Dank der Erben, die den Käufern großzügig entgegengekommen seien, ergänzt Nachlassverwalter Karl-Heinz Oedekoven.

Die Zeichnungen der Künstlerin stammen aus der Zeit zwischen 1978 und 2001 und bieten laut Preising einen guten Überblick über die verschiedenen Schaffensepochen der Künstlerin. „Sie hat in Zyklen gearbeitet und dabei das Menschliche herausgearbeitet“, führt sie weiter aus. Der Mensch steht demnach immer im Fokus, und seine diagonale Positionierung im Bild lasse es manchmal so aussehen, als würde ihm der Boden unter den Füßen weggezogen. Laut Oedekoven befindet sich der gesamte Nachlass der deutsch-amerikanischen Künstlerin inzwischen in der Obhut des Sozialwerks Aachener Christen.

In Kornelimünster können in der Benediktinerabtei weitere religiöse Arbeiten von Brooks Gerloff in Augenschein genommen werden. Sie habe sich gerne mit anderen künstlerischen Formen auseinandergesetzt, so Preising. So entstanden beispielsweise die „Hexenküche“ nach Goethes Faust, oder die von Schubert inspirierte „Winterreise“.

Zwar hat Janet Brooks Gerloff auch berühmte Köpfe wie Helmut Schmidt, Theo Waigel und Kurt Masur porträtiert, dennoch habe man sich ganz bewusst für den Ankauf der Zeichnungen entschieden. „Wir wollten diese kleine Ausstellung bewusst zeitlos halten“, sagt Preising. Und der Kauf der Zeichnungen zeige zudem, dass es weiter gehe mit dem Suermondt-Ludwig-Museum, auch wenn das zur Zeit geschlossen sei. „Wir sammeln weiter, wir kaufen weiter und wir denken über die Konzeption künftiger Ausstellungen nach“, sagt sie.

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