Zwischenbilanz beim Projekt "Ökoprofit"

„Ökoprofit“: Umweltschutz auch am Arbeitsplatz ein großes Thema

Sie sind keine Revolutionäre, aber sie wollen etwas verändern – im Bewusstsein der Beschäftigten und Kollegen und dadurch auch in ihrem weiteren Umfeld. Immer mehr Menschen engagieren sich auch in ihrem Berufsleben für Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

Die Städteregion und die Stadt Aachen bieten ihnen in Zusammenarbeit mit Partnern wie der Kreishandwerkerschaft ein Podium – mit der Beratungsaktion „Ökoprofit“, die nun zum neunten Mal aufgelegt wird. Bei einem Treffen in den Räumen der Firma CAE in Stolberg zogen Vertreter der neun diesmal beteiligten Teilnehmer eine Halbzeit-Bilanz.

Das Feld der Betriebe, die dieses Mal mit von der Partie sind, liest sich ziemlich bunt. Ihre Projekte wirken nicht minder bunt. So will Andreas Pütz vom Eisenbahn-Infrastruktur-Anbieter EVS mit Sitz im Stolberger Hauptbahnhof den Haltepunkt Rathaus im Zuge des Neubaus komplett mit LED-Leuchten erhellen lassen. Anderswo regelt ein Sensor am Wasserhahn die dosierte Abgabe des köstlichen Nass. Oder die Beschäftigten dürfen ihre E-Autos gratis auf Kosten des Arbeitgebers aufladen. Auch im Mobilitätsmanagement mangelt es nicht an pfiffigen Ideen. So will Martin Lambertz von der Stadt Aachen seine Kollegen aus dem Verwaltungsgebäude mit einem besonderen Lockmittel aufs Rad bringen – durch Duschen und Umkleiden, in denen die Leute vom Amt sich von Sportdress und Schweißperlen befreien können.

Johannes Auge vom Beratungsbüro „B.A.U.M.“ mit Sitzen unter anderem in Hamburg und Hamm (Westfalen), der den „Ökoprofit“ im Auftrag der Städteregion koordiniert, charakterisiert dieses Projekt als „breite Initiative“. Hans Drießen, der im Städteregionshaus an der Zollernstraße für den Bereich der Wasserwirtschaft zuständig ist, hegt eine ähnlich positive Einschätzung: „Ökoprofit ist mittlerweile ein Selbstläufer.“ Damit vom Einsatz der Berater in den im Verlauf der vergangenen 16 Jahre zertifizierten Firmen auch etwas hängen bleibt, soll demnächst auch ein „Ökoprofit-Klub“ dazu kommen.

Für die Teilnehmer hat sich das Mitmachen auf jeden Fall gelohnt: André Fassbender vom Würselener Netzwerk-Entwickler Lancom konnte in Stolberg von Einsparungen in Höhe von 11.500 Euro berichten. Doch keine gescheiten Ideen ohne diejenigen, die sie umsetzen: „Das wichtigste Potenzial sind die Mitarbeiter“, bilanziert der Computer-Experte.

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