Aachen: Zwischen RWTH Campus und Innenstadt boomt der Wohnungsbau

Aachen: Zwischen RWTH Campus und Innenstadt boomt der Wohnungsbau

Der Bauboom im Aachener Westen nimmt immer größere Dimensionen an. Zwischen RWTH Campus, Uniklinik und der Innenstadt reiht sich Baukran an Baukran. Vor allem auf der Achse Richtung Niederlande geben Investoren derzeit Vollgas — mit entsprechenden Folgen für Kaufpreise.

Maximilian Derichs, Geschäftsführer der Dekoncepta GmbH, kalkuliert für sein neues 13-Millionen-Euro-Projekt „Lenny“ an der Ecke Lennéstraße/Weststraße Quadratmeterpreise von durchschnittlich 3500 Euro. Damit würde der Stadtteil Vaalserquartier/Melaten in Immobilienanalysen von der „guten Lage“ (Eigentumswohnungen von 1600 bis 3000 Euro pro Quadratmeter) zur „sehr guten Lage“ (2000 bis 3600 Euro) aufsteigen.

Der Spatenstich liegt erst wenige Tage zurück, bis Herbst 2017 sollen hier 69 hochwertige Ein- bis Drei-Zimmerappartements entstehen. Die Nachfrage ist immens. „In Aachen-West sind die Kaufpreise in den letzten drei Jahren um über zehn Prozent gestiegen — das Areal ist extrem gefragt“, sagt Derichs.

Junge Ärzte, Wissenschaftler, aber auch Studierende nimmt man als Käufer in den Fokus. Schon zu Baubeginn sind laut Derichs 25 Prozent der Wohnungen verkauft und weitere 40 Prozent reserviert. Einige hundert Meter weiter zieht NCC 21 Eigentumswohnungen hoch. Die billigste Einheit (56 Quadratmeter) gibt‘s ab 194.900 Euro.

Andere Bauherren setzen gleich um die Ecke auf Vermietung. Die Architekten Melanie Gerhards und Robert Thomé realisieren an der Vaalser Straße 474 kurz vor der niederländischen Grenze acht Wohn- und Gewerbeeinheiten auf über 1000 Quadratmetern.

„Wir setzen als private Bauherrn auf regionale Partner, das gilt für Handwerker genauso wie fürs Baumaterial“, betont Gerhards. Nur auf diese Weise profitiere Aachen tatsächlich vollumfänglich vom Bauboom. Das Paar bestätigt: Fast alle Flächen sind bereits vermietet, im nächsten Frühjahr will man fertig sein.

Ab Januar 2017 sind einige hundert Meter stadteinwärts 118 Wohneinheiten bezugsfertig, die von der Gewoge auf 7400 Quadratmetern Wohnfläche verwirklicht werden. Das „Drei-Länder-Carrée“ (Gesamtvolumen rund 17 Millionen Euro) wurde durch archäologische Funde einige Monate aufgehalten.

Jetzt steht der Endspurt an: „Wohnen und Arbeiten kann am Wohnstandort dank der hervorragenden Infrastruktur und der Nähe zum Campus Melaten, zur Uniklinik sowie zur Innenstadt optimal kombiniert werden. Zudem bieten unsere Mietwohnungen eine interessante Alternative zum Einfamilienhaus — und damit die Möglichkeit, im Quartier wohnen zu bleiben, wenn sich die Lebensverhältnisse im Laufe der Jahre verändern“, stellt Gewoge-Vorstand Thomas Hübner fest.

Richtung Innenstadt wachsen weitere Großprojekte: Gleich mehrere Mehrfamilienhäuser zieht die Wassenberger HK Baugesellschaft an der Vaalser Straße 81 sowie 87-91 hoch. Allein hier entstehen 66 Wohnungen. Nebenan plant ein anderer Investor auf einem alten Firmengelände elf Stadthäuser und über 60 neue Wohnungen. Dutzende Studenten-Appartements baut HK ab dem kommenden Monat — quasi um die Ecke — am Gemmenicher Weg.

Auch hier handelt es sich um die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte: „Campo West II“. Weiter Richtung City rollen auf der Achse zum Zentrum an der Ecke Templergraben/Lochner-straße die Bagger an. Dort wird gerade ein Mehrfamilienhaus abgerissen und danach inklusive Bäckerei im Erdgeschoss wieder neu und größer hochgezogen. Dimensionen wachsen in jeder Hinsicht.