Aachen: Zwei Flüchtlinge gründen Verein, um Bedürftigen zu helfen

Aachen: Zwei Flüchtlinge gründen Verein, um Bedürftigen zu helfen

Mamadou Macka Sow und Oumar Bar leben seit dreieinhalb Jahren in Aachen. Sie kamen als minderjährige Flüchtlinge und sind noch immer beeindruckt von der Hilfsbereitschaft, mit der sie hier aufgenommen wurden. Inzwischen sprechen beide Deutsch, haben einen Ausbildungsplatz und eine eigene Wohnung.

„Unsere Herzen sind jetzt gesund“, sagt der 18-jährige Mamadou und drückt so aus, wie wohl er und sein Freund sich in Deutschland fühlen. Jetzt wollen die beiden ein Stück „von dem Glück, das sie selber erfahren haben“, zurückgeben.

Gemeinsam mit weiteren rund 20 Flüchtlingen aus Ländern wie Guinea, Eritrea, Afghanistan und Syrien haben sie gerade einen Verein gegründet. „Teilnehmen am Glück“ ist der Name, und als eines der Ziele nennt der neue Vorstand mit Mamadou Macka Sow an der Spitze die Unterstützung bedürftiger Menschen.

Manfred Paul, ehemaliger Schulleiter der Hauptschule Aretzstraße, hat Mamadou und Oumar noch während seiner aktiven Zeit an kennengelernt. „Sie sind verlässlich, fleißig und dankbar für jede Unterstützung, die sie erhalten“, sagt er. Entsprechend bereitwillig unterstützt er jetzt gemeinsam mit Bettina Grebe den Vorstand des frisch gegründeten Vereins als Beisitzer.

So wollen Manfred Paul, die stellvertretende Städteregionsrätin Elisabeth Paul und Alois Poquett, Geschäftsführer der WABe, dabei helfen, Türen zu öffnen und Kontakte zu knüpfen. Die Flüchtlinge wollen unter anderem alte Menschen im Altersheim besuchen, sich an gemeinnützigen Organisationen beteiligen und anderen Flüchtlingen helfen. Außerdem versuchen sie, notleidende Menschen in ihren Heimatländern zuunterstützen, soweit es möglich ist.

Ansonsten aber ist es ihnen wichtig, nun einen eigenständigen Verein gegründet zu haben. „Meine Zukunft ist, anderen Menschen zu helfen“, sagt Mamadou voller Überzeugung. Die Dankbarkeit, die er und sein Freund Oumar empfinden, ist deutlich zu spüren. Und damit der neue Verein einen guten Start bekommt, hat sich das Veranstaltungsteam „Doppelkopf für einen guten Zweck“ entschlossen, den neuen Verein finanziell zu unterstützen. Die Startgelder, die beim nächsten Doppelkopfturnier eingenommen werden, sollen dem neuen Verein zugutekommen.

Die Doppelkopfturniere haben sich laut den Organisatoren Elisabeth Paul und Alois Poquett immer mehr etabliert. Das Startgeld beträgt zehn Euro, gespielt wird in drei Runden je 45 Minuten. „Mitmachen kann jeder, vom Anfänger bis zum Profi“, sagt Elisabeth Paul.

Mit den Einnahmen wurden in der Vergangenheit Schulkinder im Kongo und der Verein „Jugendliche powern ohne Gewalt“ unterstützt. Wer am Doppelkopfturnier, Freitag, 8. September, ab 19 Uhr, im Klömchensklub im Tivoli teilnehmen möchte, kann sich vorher per E-Mail an paulac@arcor.de anmelden.