Aachener Krimitage: Zum Auftakt mehr Comedy als Spannung

Aachener Krimitage : Zum Auftakt mehr Comedy als Spannung

Auf ihren Auftritt in Aachen haben sich Edgar Rai und Hans Rath allem Anschein nach gefreut. „Wenn man von Köln kommend nach Paris fährt, hat man in Aachen gefühlt schon die Hälfte geschafft, deswegen verbinde ich mit Aachen nur Gutes“, scherzte Rath vor Beginn der Lesung, mit der die beiden Schriftsteller am Donnerstag die 8. Aachener Krimitage eingeläutet haben.

Der „Arbeitskreis Aachener Krimitage“ hat ein vielfältiges Programm für das Festival zusammengestellt, das bis zum 13. Oktober läuft.

Für ihre Comedy-Lesung hatten Rai und Rath das zweite Buch aus ihrer „Bullenbrüder“-Krimireihe mitgebracht, dessen Plot mit einem Vermisstenfall einer jungen Unternehmerin beginnt. Der spießige Kommissar Holger Brinks nimmt den Fall an, doch schon bald soll sein Berufsleben zur Nebensache werden: Von jetzt auf gleich nisten sich sein Bruder und seine Mutter bei ihm ein.

Da ist Charly, ein verpeilter Hallodri, und Holgers Bruder, der als Privatschnüffler ebenfalls einem Fall hinterherjagt. Und da ist deren beider Mutter Anita, die ihren kolumbianischen Verlobten Rodrigo im Schlepptau hat. Und der hat die Angewohnheit, nur mit Westernstiefeln bekleidet durch Holgers Haus zu laufen.

Die einzelnen Szenen trugen die beiden Autoren höchst unterhaltsam vor, und das lag auch an den bewusst überzogenen sprachlichen Bildern: Etwa als Hans Rath den Protagonisten Holger Brinks von einem Sonnenuntergang sprechen ließ, der eher einer „hyperkitschigen Pastellfantasie“ glich.

Letztlich lebte dieser Abend aber nicht nur von der eigentlichen Lesung, sondern auch von all den kleinen Anekdoten, die die Schriftsteller aus ihrem Leben erzählten. Fast alle ihre Figuren haben offenbar Vorbilder, denen sie meist zufällig im Berliner Alltag begegnen. Daher nähmen sie ihre Ideen. Mit ihren Geschichten haben sie den Aachenern daher auch ein Stückchen Berlin geboten.

Schon am Sonntag, 23. September, geht es mit einer Lesung von Maren Friedlaender aus „Rheingolf“ weiter. Die in Köln lebende Journalistin liest ab 11 Uhr in der Buchhandlung Backhaus, Jakob­straße 13. Elke Pistor hat mit „Makrönchen, Mord und Mandelduft“ am Dienstag, 25. September, 20 Uhr, ihren Auftritt in der Buchhandlung Schmetz am Dom, Münsterplatz.

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