Aachen: Zukunft der Bahnhofsmission vorerst gesichert: Spender gesucht

Aachen : Zukunft der Bahnhofsmission vorerst gesichert: Spender gesucht

Die Bahnhofsmission Aachen ist seit Jahrzehnten Anlaufstelle für die Menschen, die ohne Hilfe aller Wahrscheinlichkeit nach ins Leere laufen würden. Stets und ausschließlich an den Anliegen der Besucher orientiert, ist sie Schutzraum und Zufluchtsort zugleich. Seit Jahren wird sie in ökumenischer Trägerschaft geführt.

Für die katholische Seite steht der Verein In Via Aachen e.V., und für die evangelische Seite stand bisher das Diakonische Werk im Kirchenkreis Aachen e.V. Doch letzteres gab seinen Teil der Trägerschaft aufgrund von finanziellen Problemen an Wabe e.V., Diakonisches Netzwerk Aachen, ab. Katholische und evangelische Seite bleiben damit weiterhin bestehen.

Wabe-Geschäftsführer Alois Poquett freut sich auf das neue Aufgabenfeld, wie er betont. „Die Bahnhofsmission leistet unverzichtbare Arbeit und passt mit ihrem Aufgabenfeld bestens zum bestehenden Hilfsangebot der Wabe für Menschen in sozialen Notlagen.

Zudem arbeitet die Einrichtung schon seit Jahren eng mit unseren verschiedenen Beratungs- und Betreuungsangeboten zusammen, wie beispielweise der Fachberatungsstelle für Frauen oder der Wärmestube zusammen.“ So war für Poquett sofort klar, dass er die neue Herausforderung nicht nur aufgrund der diakonischen Verbundenheit, sondern aus voller Überzeugung annimmt.

Elke Schreiber, Leiterin der Bahnhofsmission, kümmert sich mit ihrem 20-köpfigen Team aus Ehrenamtlern um Hilfesuchende aller Art. „Zu uns kommen die unterschiedlichsten Menschen. Wir stellen keine Anforderungen, sondern sind einfach da und helfen. Das ist ein einzigartiges Konzept“, so Schreiber.

Unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Religion der Hilfesuchenden versteht sich die Bahnhofsmission als erste Anlauf- und Vermittlungsstelle, als Erst- und Notversorgung, als Beratungs- und Informationsstelle und als Anwalt für alle Menschen in Bedarf- und Notsituationen. Diese reichen von Fragen zur Technik des Fahrkartenautomaten über Unterstützung auf Zugfahrten bis hin zu Themen rund um Wohnungslosigkeit.

Spenden dringend benötigt

Seit Ende des 19. Jahrhunderts existieren Bahnhofsmissionen, in Deutschland sind es 100. Gabriele Jülich, Geschäftsführerin von In Via Aachen, und Poquett hoffen nun auf eine Fortsetzung der bisher erfolgreichen Arbeit. „Ohne die vielen Ehrenamtler wäre das alles gar nicht möglich, denn bisher erhält die Einrichtung keinerlei finanzielle Unterstützung, weder von der Stadt noch von der Städteregion. Deshalb sind wir auch dringend auf Spenden angewiesen“, sagt Jülich.

Dass Ehrenamtler unverzichtbar sind, machen die Zahlen deutlich. Alleine im Jahr 2017 nahmen mehr als 3000 Menschen Hilfen der Bahnhofsmission in Anspruch.

Mehr von Aachener Zeitung