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Zu wenige Stellplätze rund um das Aachener Universitätsklinikum

Uniklinikum Aachen : Wenn die Parkplatzsuche den Arzttermin gefährdet

Wer dieser Tage einen Arzttermin am Aachener Universitätsklinikum hat, sollte besser Zeit einplanen. Nicht etwa, weil die Zeit im Wartezimmer so lang werden kann. Vielmehr kann sich die Suche nach einem Parkplatz eine ganze Weile hinziehen. Patienten, Mitarbeiter und Kommunalpolitiker zeigen sich genervt.

Patienten, die völlig verzweifelt mit großer Verspätung zu einem Termin im Klinikum auftauchen und befürchten, nicht mehr behandelt zu werden: Solche Schilderungen bekommt Norbert Plum (SPD), Bürgermeister der Stadt Aachen, in den vergangenen Tagen wieder häufiger zu hören. Seit Jahren gibt es rund um das UKA zu wenig Parkplätze für Mitarbeiter und Patienten. Grund dafür sind unter anderem die großen Umbauarbeiten am Krankenhaus. In den kalten Monaten von Oktober bis Dezember ist die Lage offenbar immer besonders dramatisch.

Jährlich versorgt das Klinikum rund 50.000 stationäre und 200.000 ambulante Patienten, erklärt Mathias Brandstädter, Pressesprecher des Klinikums, auf Anfrage unserer Redaktion. Er weiß: „Der Druck auf die Parkplätze im Herbst ist im Jahresvergleich stets hoch.“ Einerseits würden im September, Oktober und November in der Regel mehr Patienten behandelt als in anderen Monaten. Andererseits kämen viele Patienten, Besucher und auch Mitarbeiter aufgrund der Witterungsverhältnisse mit dem Auto. „Hinzu kommt, dass der November ein Monat ist, in dem vergleichsweise viele Kolleginnen und Kollegen im Dienst sind“, sagt Brandstädter. Kaum jemand von den rund 7000 Mitarbeitern ist dann im Urlaub.

Dass jetzt auch noch die angemietete Parkfläche weggefallen ist, wo in Zukunft das neue Parkhaus stehen soll, sorgt zumindest momentan für eine zusätzliche Verschärfung der Situation. „Diese Parkplätze fallen jetzt weg, damit wir zeitnah mit dem Neubau beginnen können.“

„Ich kenne Mitarbeiterinnen im Klinikum, die machen sich Sorgen darüber, abends zu Beginn einer Spätschicht keinen adäquaten Parkplatz in der Nähe des Krankenhauses zu finden“, beschreibt Plum die Situation. Es sei doch verständlich, dass eine junge Frau im Dunkeln keine weiten Wege alleine zu Fuß zurücklegen wolle.

Laurensberger Anwohner berichten von Straßen, die unter der Woche regelrecht zugeparkt werden. Besonders betroffen seien die Valkenburger Straße im Osten des Krankenhauses und der Schneebergweg nördlich des Klinikums. Während an der Valkenburger Straße in den vergangenen Tagen teilweise Autos abgeschleppt worden seien, scheine das Parken am Schneebergweg jedoch geduldet zu werden.

Und nicht nur das Parken selbst, auch die An- und Abreise zum Klinikum gestaltet sich derzeit schwierig: Seit November laufen Straßenbauarbeiten an der Kullenhofstraße, unter anderem wird ab dem Kreisverkehr ein neuer Radweg angelegt. Das führt dazu, dass die Kullenhofstraße nur in eine Richtung – zur Klinik hin – befahrbar ist. Wer vom Klinikum in die Stadt möchte, wird über die Schurzelter Straße umgeleitet. Lange Wartezeiten an der Ampel inklusive. „Bis Ende des Jahres ist diese Maßnahme aber abgeschlossen“, verspricht Mathias Brandstädter, „dann fließt der Verkehr wieder zweispurig und beidseitig.“

Auch Alexander Gilson (CDU), Laurensberger Bezirksbürgermeister, kann von den Parkproblemen am Klinikum mittlerweile ein Liedchen singen. Immerhin: Gilson sagt, dass die Ampelschaltung an der Schurzelter Straße noch im Laufe dieser Woche so angepasst werde, dass der Verkehr besser auf die Vaalser Straße abfließen kann. Ende kommender Woche soll die Kullenhofstraße dann wieder in beide Richtungen befahrbar sein.

„Der Parkdruck vor Ort ist einfach sehr groß. Und das Klinikum hat leider nicht so darauf reagiert, wie man sich das wünschen könnte“, sagt Alexander Gilson. Er habe beispielsweise den Vorschlag gemacht, zumindest für den Übergang eine Art Parkpalette auf dem Parkplatz aufzustellen, um mehr Parkplätte zu schaffen. Auch die Apag als Betreiber der Parkanlage hätte da mitgezogen, versichert Gilson. Doch leider habe man sich mit dem Klinikum nicht einigen können.

Der Klinikumsleitung sei bewusst, dass die Parkplatzsituation zu bestimmten Tageszeiten zu wünschen übrig lasse, betont Mathias Brandstädter. „Umbauphasen, so wichtig sie auch sind, sind da natürlich mit zusätzlichen Einschränkungen verbunden.“ Dafür bitte man um Verständnis. Und perspektivisch, so der Klinikumssprecher, werde sich die Situation verbessern (siehe Info).