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Gärtneraktion in Aachen: Zehn Tonnen Sand für den Rasen im Elisengarten

Gärtneraktion in Aachen : Zehn Tonnen Sand für den Rasen im Elisengarten

Nur ein Zentimeter Mutterboden, darunter eine verdichtete Tragschicht: Der Rasen im Elisengarten kann nicht tief wurzeln und fault an manchen Ecken. Aber jetzt wird er aerifiziert.

Dicht gewachsener, sattgrüner Rasen auf rund 1500 Quadratmetern Fläche im Elisengarten – das ist ohne Frage ein schöner Anblick.

Doch der Schein trügt. Denn bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass der Rasenansatz an der Oberfläche bereits fault. Die Gründe dafür sind vielfältig und finden sich unter anderem im Bodenaufbau der beliebten Aachener Grünanlage. Das Rasen-Problem ist in den zurückliegenden Jahren ein immer wiederkehrendes Elisengarten-Thema.

„Wir haben im gesamten Elisengarten nur circa einen Zentimeter Mutterboden, auf dem der Rasen wächst. Darunter ist eine verdichtete Tragschicht, durch die das Gras nicht tiefer wurzeln kann“, erklärt Andrea Beilmann, kommissarische Revierleiterin des Grünflächen- und Friedhofswesens Nord-West des Aachener Stadtbetriebs.

Weil diese Tragschicht aus einer Art Schotter kein Wasser hält, muss die Fläche in den Sommermonaten regelmäßig bewässert werden. So bleibt er zwar augenscheinlich grün, fault jedoch. Eine Bodenprobe zeigt außerdem deutlich, „dass die Pflanze keine Wurzel gebildet hat“, erklärt Beilmann. Stark beeinflusst wird dieser Zustand durch die hohe Nutzung der Grünfläche, wodurch der Boden stark verdichtet ist.

Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, sind in den vergangenen Tagen zehn Gärtnerinnen und Gärtner des Stadtbetriebs im Elisengarten aktiv gewesen. Mit einem Rasenlüfter wurde die gesamte Fläche aerifiziert: Es entstanden fingerdicke, etwa fünf Zentimeter tiefe Löcher. Mit Rechen und Rasenkrakeln arbeiteten die Gärtner anschließend ein Gemisch aus Dünger und Sand ein. „Wir machen den Boden wieder luftdurchlässiger und geben den Pflanzen die Möglichkeit, sich besser verwurzeln zu können“, erläutert Andrea Beilmann.

Und zehn Tonnen Sand für die Pflege: Der Rasen des Elisengartens braucht eine Auffrischung.
Und zehn Tonnen Sand für die Pflege: Der Rasen des Elisengartens braucht eine Auffrischung. Foto: Stadt Aachen/Lana Maas

Rund zehn Tonnen Sand verarbeiteten die helfenden Hände im Elisengarten. Die langfristige Wirkung wird sich nach Stadtangaben im kommenden Sommer zeigen.

Die Entscheidung, den Elisengarten-Rasen so aufzubauen, fiel nach städtischen Angaben bei der Sanierung und Neugestaltung vor rund zehn Jahren. Genau gesagt war 2009/10 nach archäologischen Arbeiten, die heute noch in der Vitrine in Auszügen zu besichtigen sind, der neuangelegte Elisengarten entstanden.

Über Jahre gab es dann Probleme mit dem Rasen, mal war es zu trocken, das Saatgut nicht entsprechend tauglich. Immer wieder sorgte die intensive Nutzung des beliebten Parks im Herzen der Stadt für viele kahle Stellen im Grün. 2011 kam sogar eine besonders widerstandsfähige Saatgut-Sorte aus dem Mutterland der Rasenkultur, aus England, zur Anwendung.

Der Rasen braucht, wie der aktuelle Einsatz zeigt, nach wie vor viel Pflege. Elisa Bresser, Pressesprecherin des Stadtbetriebs, erläutert, dass aufgrund der „bodendenkmalwerten Substanzen“, die in weiten Bereichen des Elisengartens geschützt im Erdreich liegen, seinerzeit Geotextilien zur Abdeckung eingesetzt wurden. Aufgefüllt wurden die Grabungslöcher dann mit Bergkies, der den heutigen, besagt schwierigen Unterbau für den Rasenaufbau darstellt.

Warum wurde damals nicht gleich eine dickere Mutterbodenschicht aufgebracht? Elisa Bresser beantwortet die Frage mit dem Hinweis auf die damalige Planung, die als ausreichend beschrieben wurde.

(red/bb)