Zeelink: Politiker in Aachen wollen Spielplatz-Schließung verhindern

Erdgaspipeline Zeelink : Plötzliche Spielplatz-Sperrung bringt Politik in Wallung

Die wegen der Erdgasleitung Zeelink geplante Sperrung des Spielplatzes an der Schagenstraße bringt die schwarz-rote Mehrheit im Stadtbezirk Brand in Wallung. CDU und SPD wollen das Thema am Mittwoch per Dringlichkeitsantrag in der Sitzung der Bezirksvertretung behandeln und nach Alternativen suchen, um eine Schließung noch abzuwenden.

„Es kann doch nicht sein, dass man das im Schweinsgalopp entscheidet“, zürnte am Montag die CDU-Fraktionssprecherin Iris Lürken. Erst kurz vor dem Wochenende hatte das Presseamt der Stadt mitgeteilt, dass der Spielplatz am Brander Wall und das angrenzende Streetballfeld schon ab dieser Woche gesperrt werden soll – und zwar voraussichtlich bis Ende des Jahres. Grund ist der Bau der Gaspipeline, die unter einem Teilbereich des Spielplatzes verlegt wird. Zudem werde das Streetballfeld als Abladeplatz für den Erdaushub benötigt.

„Das kann doch echt nicht wahr sein“, schimpfen Lürken und auch SPD-Sprecher Lorenz Hellmann. Gerade in den Sommermonaten werde der Spielplatz – einer der größten im Bezirk – stark genutzt, sagen sie. Es gebe genug freie Flächen in der Nachbarschaft, warum wurde dann ausgerechnet das Streetballfeld als Lagerplatz ausgewählt? Noch haben sie Hoffnung, die geplante Sperrung der Spielflächen zumindest abmildern zu können.

Darüber hinaus aber drängen sie auch auf eine bessere Informationspolitik des verantwortlichen Unternehmens Open Grid und der Stadtverwaltung. „Es gibt keine Ansprechpartner für uns“, kritisiert Hellmann. Der genaue Verlauf der Pipeline sei den Bezirksvertretern in Brand nie vorgestellt worden. „Kein Mensch weiß, wie die Trierer Straße gequert wird und wo sonst noch Sperrungen öffentlicher Flächen geplant sind.“

Dass es Verbesserungsbedarf gibt, gestehen auch Harald Beckers vom städtischen Presseamt und Helmut Roloff, Pressesprecher von Open Grid, zu. Ihr Problem: Auch sie würden oftmals erst kurzfristig über die Bauabläufe und nächsten Abschnitte informiert. Bislang sei auch nicht geregelt, wie die Politiker und auch die Bürger vor Ort frühzeitig informiert werden, weil es keinen städtischen Verantwortlichen für das Bauprojekt gibt. „Wir müssen uns mit Open Grid enger abstimmen“, so Beckers.

„Keine Frage, der Wegfall des Spielplatzes ist ein Ärgernis“, findet auch er. Erst recht, weil es in unmittelbarer Nähe kaum Alternativen für Kinder und Jugendliche gibt. Ob die Schließung noch abzuwenden ist und weitere Sperrungen auf die Brander zukommen könnten, könne allerdings derzeit auch kein städtischer Bediensteter beantworten. Mit Hochdruck laufe derzeit die Suche nach einem Open Grid-Verantwortlichen, der die Bezirksvertreter am Mittwoch in Kenntnis setzen soll.

Mehr von Aachener Zeitung