Aachen: „Zauberkabine“ bietet reichlich Platz für feinsten deutschen Rock

Aachen : „Zauberkabine“ bietet reichlich Platz für feinsten deutschen Rock

Den lokalen Helden Toshi Trebess (Gitarre/Gesang), Karsten Nordhausen (Bass/Gesang) und Stefan Schwartz (Schlagzeug), die sie 2009 im Kollektiv unter der Firmenbezeichnung Katortz rocken, ist mit dem neuen Album „Zauberkabine“ ein facettenreiches, klassisches, mitunter düsteres Rockalbum gelungen.

Die drei Protagonisten, die den steinigen Weg eingeschlagen haben und konsequent ihre eigenen Vorstellungen von Sounds, Musik und textlichen Inhalten verwirklichen, haben sich mächtig weiterentwickelt und können auf ihr insgesamt drittes Studioalbum zu Recht stolz sein.

„Zauberkabine“ ist das Beste, was die hiesige Rockschmiede in jüngerer Zeit verlassen hat, und braucht sich nationalen Vergleichen mit bekannten Bands des Genres, die auf deutschsprachige Texte setzen, nicht zu scheuen. Im Gegensatzsatz zu den bisherigen CDs, bei denen Trebess und Co. auf eher griffige und treibende Riffs setzten, erfinden sie sich bei „Zauberkabine“ musikalisch ein Stück weit neu.

„Als musikalischen Kurs hatten wir uns vorgenommen, unserem Stil noch mehr psychedelischen Tiefgang zu geben. Es sollte weniger riffbetont klingen und viel Platz für den Sound lassen“, bringt Karsten Nordhausen die Entwicklung von Katortz auf den Punkt. Das sei das Ergebnis der vergangenen beiden Jahre, fügt Toshi Trebess hinzu, nachdem ihm eine Zeitlang eine Schreibblockade zu schaffen gemacht habe. Mit der eingeschobenen und erfolgreichen Vinyl-EP „Cover“ wollten die Musiker die Köpfe für neue Gedanken und Ideen freimachen.

Dass dies gelungen ist, dafür ist „Zauberkabine“ der hörbare Beweis. Alle Texte stammen aus der Feder von Toshi Trebess, die Musik wurde von allen Bandmitgliedern gemeinsam im Proberaum komponiert und arrangiert. Die Texte behandeln sowohl weltanschauliche Themen, als auch Fragen, die die Menschen seelisch und innerlich umtreiben. Es taucht immer wieder der Begriff Zeit auf, was Katortz als roten Faden betrachten. Mit einem Dutzend fertiger Songs und mit Aufnahmeequipment vollgepacktem Pkw machten sich Katortz mit Produzent Sasha Sirovica auf den Weg ins Emsland, wo sie sich in ein Tonstudio eingemietet hatten. „Wir brauchten nur den grandiosen Aufnahmeraum, entsprechendes hochwertiges Equipment haben wir selbst am Start“, grinst Stefan Schwartz, der es seit Jahren genießt, in völliger Abgeschiedenheit und fern von Aachen neue Songs aufzunehmen und seine Mitstreiter mittags mit einem kräftigen Trommelwirbel zur Arbeit zu rufen.

Über mangelnde Beschäftigung werden sich Katortz auch weiterhin nicht beschweren können. Die Kombo bereitet sich gerade im Stadttheater Aachen auf das Stück „Räuber“ von Schiller vor, bei dem sie für die Inszenierung als Begleitband zum Ensemble gehört. Premiere ist am 24. März. Und rechtzeitig zur CD-Veröffentlichung gehen die Drei auf eine kleine Tour, die am Freitag, 19. Januar, ab 20 Uhr, im Rover, Hirschgraben, mit der Release-Show beginnt.