Yoga trifft auf Kunstgenuss

Neues Projekt im Suermondt-Ludwig-Museum : Zum Stillleben gibt es den Sonnengruß

Das Erleben von Kunst mit dem Körpergefühl von Yoga zusammenbringen: Das wollen jetzt das Suermondt-Ludwig-Museum und das Helene-Weber-Haus in einem gemeinsamen Angebot ermöglichen. An zwei Terminen laden sie Yoga-Liebhaber dazu ein, vor ausgewählter Kunst Positionen wie Krieger, Sonnengruß oder Kobra einzunehmen. Zuvor wird Sabine Gandelheidt, Kunsthistorikerin und Museumsführerin, die Bilder der insgesamt fünf Stationen vorstellen und eine kleine Einführung in ihre Historie geben. Erst danach lädt Yoga- und Meditationslehrerin Anna-Maria Deutz zur jeweiligen Yoga-Übung ein.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen Stillleben, das Gemälde der Pfalzgräfin aus dem 17. Jahrhundert, Joos van Cleves Kirchenmadonna mit Christuskind oder Tapisserien wie die Metamorphose des Ovid, die laut Organisatorinnen besonders gut zur Entspannungsphase und Erholung einladen. Für jede einzelne Station gibt es jeweils passend zum Bild entsprechende Übungen. K.O. Götz monumentales Gemälde „Vive-Aix-la-Capelle“ ist eine wahre Explosion an Farben und bietet laut Sabine Gandelheidt die ideale Voraussetzung für Augenübungen. Aber auch die Position des Kriegers lässt sich davor ganz vortrefflich einnehmen. Die Bronzestatuen von Binding dürfen sogar betastet werden und laden ein zur Yogaübung „Katzenbuckel“.

Die Teilnehmerzahl ist auf zehn Besucher beschränkt. Laut Pia vom Dorp, Leiterin des Museumsdienstes, gibt es solche Angebote bereits in anderen Städten, und seit geraumer Zeit habe es Gespräche mit der Geschäftsführung des Helene-Werber-Hauses gegeben, um solche außergewöhnlichen Angebote auch in Aachen zu ermöglichen.

Und Sarvenaz Ayooghi, Kustodin der Gemälde im Suermondt-Ludwig-Museum, zeigt sich überzeugt, dass das Museum abseits von blutrünstigen Gemälden ausreichend Motive wie Landschaften und Stillleben bietet, die dazu einladen, „runterzuommen und kontemplativ zu werden“. Alle Beteiligten sind nun gespannt, wie das neue Museumsangebot ankommen wird. Pia vom Dorp kann sich eine Fortsetzung in anderen Museen durchaus vorstellen und ist überzeugt, dass dieses Angebot ein ganz besonderes Kunsterlebnis sein wird.