Aachen: XXL-Benefiz-Kickerturnier: Sportlicher Ehrgeiz für den guten Zweck

Aachen : XXL-Benefiz-Kickerturnier: Sportlicher Ehrgeiz für den guten Zweck

Die aufmerksamen Beobachter wussten schon, auf welche Seite des Tisches sie sich stellen mussten, um zu den Siegern zu gehören. Beim XXL-Benefiz-Kickerturnier hat nämlich erneut das Team von AOK-Regionaldirektor Waldemar Radtke gewonnen — genau wie im vergangenen Jahr.

Eigentlicher Gewinner ist aber die das Hospiz am Iterbach, zu dessen Gunsten das Benefizturnier nun zum dritten Mal organisiert wurde.

Dass der Eingangsbereich am Samstagnachmittag eher einer Kneipe als den Räumen einer Krankenversicherung glich, lag vor allem an den rund 300 spielfreudigen Unterstützern, die sich dort zum gemeinsamen Kickern zusammengefunden hatten. Insgesamt 55 Teams spielten an neun Tischen bei Bier und Brötchen gegeneinander — und auf einen flüchtigen Blick wies nur wenig auf den eigentlich nicht ganz so fröhlichen Hintergrund der Veranstaltung hin.

Die über 20.000 Euro an gesammelten Spenden gingen nämlich in vollem Umfang an die Stiftung des Hospizes, wo professionelle und ehrenamtliche Helfer schwer kranke Menschen durch den Lebensabend begleiten. Das ist fast viermal so viel als vor drei Jahren, als die Veranstaltung zum ersten Mal stattgefunden hat. „Für die Finanzierung des neuen Hospizes am Iterbach werden insgesamt 3,2 Millionen Euro benötigt, wofür derzeit noch etwa eine Million fehlt. Mit den Einnahmen aus dem Turnier ist diese Summe nun wieder ein wenig kleiner geworden“, konstatierte AOK-Regionaldirektor Radtke zufrieden.

Der Höhepunkt war auch an diesem Samstag wieder das prominent besetzte XXL-Spiel am Tisch für 16 Spieler. „Weil es inzwischen so viele Unterstützer gibt, mussten wir den Tisch vom letzten Jahr sogar noch vergrößern“, so Radtke, dieser hätte nämlich bisher nur für zwölf Spieler Platz geboten. Neben bekannten Größen wie Hubert vom Venn oder Michael Nobis war auch Boris Bongers mit von der Partie, der als stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Hospizstiftung schon lange mit der Einrichtung am Iterbach verbunden ist.

Dass sich trotz der schwierigen Themen Krankheit und Sterben dennoch so viele Unterstützer gefunden haben, zeige auch die gesellschaftliche Akzeptanz, die im Laufe der Zeit spürbar gewachsen sei, sagte Radtke. „Wenn man sich an die Eröffnung des Hospiz‘ im Haus Hörn vor 30 Jahren erinnert und an die Diskussionen um eine solche Einrichtung in einer Wohngegend, dann hat sich im Vergleich zu heute doch einiges getan.“

Das habe sich auch bei der Organisation des Turniers gezeigt, wie er berichtete. „Überall haben wir offene Türen und Ohren vorgefunden und viel Zuspruch von Unterstützern und Förderern erfahren.“ Mit dieser Motivation im Rücken stehe für ihn jedenfalls schon jetzt fest, dass man das Benefizturnier weiterhin jedes Jahr jeweils am ersten Samstag nach Aschermittwoch veranstalten werde, so Radtke.

Im kommenden Jahr ist das dann der 9. März, auf den sich die Tisch-Kicker schon einmal vorbereiten sollten — nicht nur zum Spaß, sondern auch für den guten Zweck.

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